Neugraben – Familienfreundlich gibt sich die Stadt, wenn es das Neubaugebiet Vogelkamp in Neugraben oder in Fischbek auf dem Gelände der

ehemaligen Röttiger-Kaserne geht. Tatsächlich wird ordentlich zugelangt. „Die IBA vergibt Grundstücke in den Baugebieten Elbmosaik und Röttiger-Kaserne nur im Rahmen enger Gestaltungsvorschriften und teils Übernahme von vorliegenden Musterentwürfen. Diese Klauseln werden bereits in die Kaufverträge aufgenommen“, moniert Ralf-Dieter Fischer, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Dieses hat nunmehr offensichtlich dazu geführt, dass das zuständige Finanzamt bei der Bemessung von Grunderwerbsteuer nicht nur den Grundstückskaufpreis, sondern auch die gesamten Baukosten einbezieht.“ Kurz gesagt: Wer am Vogelkamp ein Grundstück erwirbt, wird ordentlich vom Finanzamt geschröpft.

Günter Rosenberger, baupolitischer Sprecher der FDP-Süderelbe macht dazu eine einfache Rechnung auf. Bei einem Grundstückswert von 100.000 Euro und Baukosten von 200.000 Euro werden 13.500 Euro Grunderwerbssteuer fällig. Das sind 9000 Euro mehr, als wenn ein Bauherr das Grundstück erwirbt und später selbst baut. Rosenberger hatte das bereits schon vor drei Jahren zum ersten Entwurf des Baugebietes kommen sehen und gefordert, dass die zukünftigen Bauherren das Grundstück ohne Bauträgerbindung erwerben können, um dann später ihr Wunschhaus zu planen, planen zu lassen oder von einem Bauträger zu kaufen. „Das von der IBA und vom Senat praktizierte Verfahren ist angesichts der mittlerweile ohnehin horrenden Kosten für Grunderwerb in Hamburg eine unnötige Belastung der Bauherren“, findet Rosenberger.

"Hamburg gibt immer vor attraktiv für junge Familien sein zu wollen", sagt Fischer. "Tasächlich hat man ein Konstrukt geschaffen, dass gerade diese Zielgruppe stark belastet." Die CDU hat zu dem Thema eine Anfrage eingereicht. Die Fragen zeigen, wohin es gehen soll. Die CDU will eine neue Bemessung oder eine Art Ausgleichsentlastung für Bauherren erreichen. zv