Harburg – Seit Wochen nervt der tägliche Stau Autofahrer in der südlichen Metropolregion. Ein Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel ist auch keine praktische Alternative.

Zu den Hauptverkehrszeiten sind Busse und S-Bahnen bereits jetzt voll. Am Montagmorgen meldete die Polizei 16 Kilometer Stau auf der A7 und 14 Kilometer Stau auf der A1. Auch die Ausweichstrecken waren proppevoll. „Der Stillstand setzt sich zunehmend auch in die Wohnquartiere fort und bringt auch dort zeitweise den Verkehr zum Erliegen“, weiß die CDU. Die hat messerscharf erkannt, dass die vielen Baustellen auf Hamburger Gebiet und im nördlichen Niedersachsen den Verkehr zusammenbrechen lassen. Ein Eilantrag in der Bezirksversammlung soll jetzt zumindest das Thema auf den Tisch bringen. „Unverzüglich“ sei die zuständige Fachbehörden aufzufordern bei unverzichtbaren Baustellen auf Autobahnen und Hauptverkehrsachsen für eine bessere Koordinierung über Landes- und Bezirksgrenzen hinaus zu sorgen. Ausweichstrecken sollten deutlicher ausgeschildert und die Ampelprogramme angepasst werden. Soweit dieses kurzfristig nicht möglich sein sollte, müsse als Notlösung die Polizei den Verkehr regeln.

Dass dadurch keine kurzfristige Verbesserung zu erzielen ist, weiß Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer. Er setzt auf eine bessere Koordinierung und die Verschiebung von Baumaßnahmen. Dazu gehört der geplante Ausbau des Ehestorfer Heuwegs. Er sollte verschoben werden, bis Baustellen nicht mehr im Süderelbebereich die A7 belasten. Zudem müsse die laut Fischer vor etwa zehn Jahren abgespeckte Koordinierungsstelle, die Baustellen in der Metropolregion länderübergreifend abstimmt, wieder eingerichtet werden.

Das Verkehrsdrama an sich ist nicht neu. Nur war es noch nie so zugespitzt wie heute. Bei der Wirtschaft ist das bereits lange ein Thema. Denn für Betriebe, besonders die, bei denen die Logistik eine große Rolle spielt, spitzt sich die Situation zu. Jochen Winand, Vorstand beim Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden, spricht von einem „unmöglichen Zustand“. „Die Logistikkette bricht angesichts der Verkehrssituation zusammen", weiß Winand. Firmen wie Airbus in Finkenwerder oder das Mercedes-Werk in Hausbruch, bei denen eine enge Abstimmung zwischen Logisti und Produktion, also eine Lieferung von Teilen „Just-in-Time“ erfolgt, haben echte Probleme. „Wir fordern schon seit langem eine enge Abstimmung von Baumaßnahmen im Verkehrsbereich zwischen Niedersachsen und Hamburg“, so Winand. Das hätte schon längst passieren müssen. So wie es jetzt läuft, sei es "eine einzige Katastrophe“. zv