160616BEACH2Harburg – Der Sommer ist voll da, aber in Harburg ist immer noch kein Beachclub in Sicht. Eine schnelle Lösung für den Treidelweg hat sich offenbar zerschlagen, angeblich

gibt es Gespräche über eine andere Fläche. Da ist es wenig hilfreich, dass – ausgelöst durch eine Anfrage der Bezirksfraktion Die Linke – merkwürdige Schuldzuweisungen die Runde machen. Nach Darstellung des Bauamts habe es nämlich Beachclub-Betreiber Heiko Hornbacher versäumt, ein Gutachten über die Standsicherheit der Kaimauer am Treidelweg rechtzeitig in Auftrag zu geben.

Und jetzt haben auch noch die Grünen kräftig Öl ins Feuer gegossen. Wie Die Linke fordern sie, dass  es bei neuen Flächen für den Beachclub ab sofort eine Ausschreibung geben müsse. So dass nicht immer nur ein und derselbe Betreiber zum Zug kommt. Damit nicht genug: „Es stellt sich die Frage, ob die früheren Betreiber überhaupt an einem normalen Beachclub-Betrieb interessiert sind oder ob der Beachclub eher Dekoration war für den eigentlichen, auch auf ihrer Homepage beworbenen Veranstaltungsbereich im Zelt für große Feiern und lautstarke Parties“, sagt Grünen-Fraktionschefin Britta Herrmann (Foto).

Und sie setzt noch einen drauf. Es sei „pikant“, dass die Interessen der Eheleute Hornbacher oft von ihrem Schwager und CDU-Chef Ralf-Dieter Fischer vertreten werden, der mal als Anwalt der Beachclub-Betreiber, mal als CDU-Fraktionsvorsitzender agiere. Herrmann: „Damit hier kein Verdacht der Vetternwirtschaft aufkomme kann, sollten städtische Flächen auch in Harburg nur noch in einem transparenten Vergabeverfahren vermietet, verpachtet oder verkauft werden.“

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Nimmt - als Anwalt - gern den Ball auf. Ralf-Dieter Fischer. Fotos: zv

Wie zu erwarten war, hat Britta Herrmann damit eine Schlammschlacht losgetreten. Klar, dass Ralf-Dieter Fischer zurückschlägt: „Wenn überhaupt, muss es sich ja um eine grüne Vetternwirtschaft handeln. Denn seit zehn Jahren sind alle wichtigen Entscheidungen zum Beachclub über den Tisch des Harburger Baudezernenten Jörg Penner gelaufen.“ Und der sei nun einmal Mitglied der Harburger Grünen.

„Viel problematischer ist in diesem Zusammenhang die private Liaison der Grünen-Fraktionschefin Britta Herrmann mit dem Baudezernenten Jörg Penner“, sagt Fischer. Da stellt sich die Frage, ob die Vertraulichkeit immer gewahrt ist.“ Fischer betont, dass er diese Anmerkungen als Anwalt des Beachclub-Betreibers gemacht hat. In der Sitzung der Bezirksversammlung am 28. Juni werde er nicht zum Thema reden und sich vorher für befangen erklären.

Im Übrigen widerspricht Fischer der Darstellung des Bauamts, Hornbacher habe es versäumt, ein Gutachten über die Standsicherheit der Kaimauer in Auftrag zu geben. „Uns liegt ein Protokoll aus dem März 2015 vor, in dem das Bauamt versichert, es sei kein weiteres Gutachten notwendig.“ ag