160615GrabsteineHarburg – Die Behörde für Umwelt und Energie hält es nicht für notwendig, auf den Harburger Friedhöfen Flächen für muslimische Bestattungen auszuweisen. Damit

dürfte sich ein Antrag des SPD-Bezirksabgeordneten Sami Musa erledigt haben. Musa hatte darauf hingewiesen, dass muslimische Bestattungen südlich der Norderelbe nur auf dem Friedhof Finkenriek in Wilhelmsburg möglich seien.

Die Umweltbehörde indes glaubt nicht, dass es für Musas Vorschlag einen Bedarf gibt. 99 Prozent aller in Hamburg verstorbenen Muslime würden in ihrem Heimatland bestattet. Das liege vor allem an einem muslimischen Bestattungsfonds, der alle Kosten inklusive der Überführung per Flug übernehme und auch organisatorische Hilfe leiste.

Zudem seien sich in Hamburg Behörden und Muslime nicht immer einig gewesen. So hätten Muslime Bestattungen auf einem vormals mit Andersgläubigen belegten Grabfeld „eher abgelehnt“. Häufig sei sogar eine räumliche Trennung zwischen weiblichen und männlichen Verstorbenen und auch nach den verschiedenen Glaubensrichtungen des Islams gefordert. Dies habe die Behörde  bisher grundsätzlich ablehnen können.

Schließlich gehörten zu einem muslimischen Grabfeld auch Gebets- und Waschräume für die rituellen Waschungen. Auf den Harburger Friedhöfen gebe es die Räume zurzeit nicht. Und in  Bergedorf habe man zwar nicht mehr genutzte Räume 2004 „mit hohen Investitionen“ umgebaut, bis heute seien hier aber nur sieben Muslime bestattet worden. ag