151012BunbkereingangHarburg – Der riesige Atombunker im S-Bahnhof Harburg Rathaus soll als Relikt des Kalten Krieges unter Denkmalschutz gestellt werden. Das fordert die

Fraktion Die Linke. In dem Bunker sollten bis zu 5000 Menschen Platz finden. Allerdings hätten sie nach einem Atomkrieg unter spartanischen Verhältnissen dort nur zwei Wochen ausharren können.

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Betten. Die Menschen hätten in dem Bunker in Schichten schlafen müssen. Fotos: zv

Gebaut wurde der Bunker 1983 mit dem S-Bahnhof. Der Bahnsteig ist ein Teil der Anlage, die rund 5300 Quadratmeter groß ist. Bis zu drei S-Bahnzüge hätten noch einfahren sollen. Dann hätten dicke Betonteile den Bahnsteig verschlossen. Strom hätte es über Dieselmotoren gegeben. 50.000 Liter Kraftstoff waren dafür eingelagert. Nahrung hätten sich die Menschen aus der Karstadt-Lebensmittelabteilung und umliegende Geschäfte holen müssen. Dafür stehen leere Regale im Bunker. Wasser wäre aus einem Tiefbrunnen gekommen, der heute versiegelt ist, weil der Grundwasserspiegel in Harburg gestiegen ist und der S-Bahnhof ohne den „Deckel“ vollaufen würde. Luft wäre von außen durch eine Filteranlage, die mehrere Tonnen Sand beinhaltet, angesogen worden. Künstlich erzeugter Überdruck hätte verhindert, das verseuchte Luft durch Ritzen in den Bunker eindringt. Beide Anlagen funktionieren nicht mehr. Der Bunker ist heute verschlossen und nicht nutzbar. Auch weil er mit Asbest belastet sein soll.

Vergangenes Jahr wurden Teile der Einrichtung, Feldbetten und Stühle, aus dem Bunker geholt und für Flüchtlingseinrichtungen genutzt. 2009 war der Bunker in das Projekt "10° Kunst: Harburger Berge" einbezogen worden. Julia Bünnagel hatte damals unter dem Titel "All Those Tomorrows" dort eine Installation realisiert.


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Angehörige des THW holen die Stühle aus dem Bunker. Foto: zv

Die Abgeordneten der Linke fordern, dass ein Ausstellungskonzept für eine Dauerausstellung über den Atombunker konzipiert wird. Auch die Schulen sollen den Bunker in ihren Unterricht einbinden. Dazu soll man Gelegenheit zur Besichtigung bekommen.

harburg-aktuell war schon im Bunker drin und zeigt einige Ansichten. zv


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Einer der Dieselmotoren zur Stromerzeugung.

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Stahltüren der Schleuse am Bunkerzugang.

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Kein stilles Örtchen. Die Toliletten.

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Technik der 1980er Jahre. Telefon, Radio, Funk und ein Mikro für Durchsagen.

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Die Filteranlage über die Außenluft angesaugt werden sollte.

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Der Abgang in den Bunker.

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Teil der Anlage die Überdruck erzeugte.

Veröffentlicht 12. Oktober 2015