160310AschenlandNeugraben – 1500 statt 3000 Flüchtlinge in die Unterkünfte Aschenland II (und folgende): Ist das nun die Lösung? Sind damit die Proteste vom Tisch? Vor allem aber: Wo werden

die 1500 Menschen wohnen, für die im Aschenland kein Platz mehr ist? Eine Reihe von Fragen, auf die es bisher wenig Antworten gab.

Obendrein gibt CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer, eigentlich ja „Junior“-Partner in der Harburger GroKo den Oppositionellen. Er kritisiert weiter munter die Planungen und beteiligt sich auch nicht an der Suche nach weiteren Standorten für Unterkünfte im Bezirk Harburg. Dafür lässt er es sich nicht nehmen zu verkünden, was am Dienstagabend im Harburger Hauptausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen ist: Da habe Baudezernent Jörg Penner mehrere Befreiungen vom gültigen Bebauungsplan für den Bau der Unterkunft Aschenland II beantragt, habe dafür aber keine Zustimmung bekommen. Fischer: „Es gab durchaus lange Gesichter.“ Er glaubt, dass bei der  Größe der Unterkunft noch nicht das letzte Wort gesprochen sei.

Unterdessen hat sich die „Bürgerinitiative zum Erhalt des Waldfriedens“  – also der Wiese am Ende des Falkenbergwegs – wieder zu Wort gemeldet. Sie macht sich Sorgen, denn der Verzicht auf 1500 Plätze im Aschenland erhöht den Druck auf andere mögliche Standorte. Nun haben Vermessungsarbeiten auf der Wiese für zusätzliche Aufregung gesorgt. „Offenbar ist unsere Wiese wieder in den Fokus gerückt“, sagt BI-Sprecherin Silke Ottow. Sie hat sich sofort an Senat und Bürgerschaft gewandt, bisher aber nur eine nichtssagende Antwort aus der Fachbehörde bekommen: „Sollten Planungen konkret werden, wird die BI dies als Erste erfahren.“ Doch darauf will die Initiative nicht warten, Silke Ottow will bei der nächsten Bürgerschaftssitzung „das Gespräch mit den Verantwortlichen“ suchen.

Ottow: „Unser langfristiges Ziel ist es, dass die Wiese wieder wie früher in das Naturschutzgebiet aufgenommen wird.“ Die Wiese sei außerdem Eingangstor zum Regionalpark Rosengarten und müsse als Naherholungsgebiet für jedermann nutzbar sein.

Silke Ottow betont ausdrücklich, dass es zwischen der Initiative zum Erhalt des Waldfriedens und der „Bürgerinitiative Nein zur Politik – Ja zur Hilfe“ (BINF) keinen Konkurrenzkampf gibt: „ Im Gegenteil. Wir unterstützen ausdrücklich die Forderung der BINF für eine Gesamtzahl von 1500 Flüchtlingen in unserem Stadtteil. Auch wenn unsere Ziele unterschiedlich geartet sind." ag

Veröffentlicht 10. März 2016