100411PionierkaserneHarburg – Die Finanzkrise ist überall zu spüren. Die Kürzungen machen vor keinem Bereich halt, und jetzt wird auch noch der Ton schärfer – sogar innerhalb der eigenen Reihen. Vor zwei Monaten war CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer noch des Lobes voll für die Hamburger Fachbehörden, die bei den Planungen für den Umbau der Schwarzenberg-Kaserne so vorbildlich mit dem Bezirk zusammengearbeitet hätten. In der April-Sitzung der Bezirksversammlung klang das schon ganz anders: Die Fachbehörden sind wieder in ihren alten Trott zurückgefallen und haben es offenbar nicht nötig, die Harburger über gravierende Änderungen bei der Planung zu informieren, polterte Fischer.

Anlass war der Beschluss der Planer, die Gestaltung der Fassade wegen fehlender 300.000 Euro (Gesamtkosten des Kasernenumbaus für die Erweiterung der Technischen Universität: 24 Millionen Euro) zu vereinfachen. Das erfuhren die Politiker in Harburg aber nicht aus erster Hand, sondern lasen es in dem TUHH-Magazin „Spektrum“. SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath war die Schadenfreude anzumerken: „Jetzt erfährt die CDU mal am eigenen Leib, wie es uns über Jahrzehnte mit SPD-geführten Fachbehörden gegangen ist.“

Auch der Koalitionspartner der CDU sparte nicht mit Kritik an den Fachbehörden „in Hamburg“. GAL-Fraktionschef Ronald Preuß: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fassade der Elbphilharmonie geändert wird, nur weil 300.000 Euro fehlen.“ (mz)