150522MerckHarburg„Friwi“ ist tot. Die Grünen trauern um einen ihrer Gründer: Wie erst jetzt bekannt wurde starb Friedrich Wilhelm Merck nach schwerer Krankheit schon am 27. April,

kurz nach seinem 70. Geburtstag. Er war zuletzt Mitglied des Kreisverbands Harburg, lebte in Fleestedt und hatte sich noch 2013 um die Spitzenkandidatur von Bündnis 90/Die Grünen für die Bundestagswahl beworben.

Merck wurde am 16. April 1945 am der Nordseeküste in Sahlenburg geboren. Nach dem Studium der Physik mit Wahlfach „Analytische und Angewandte Systemtheorie“ arbeitete Merck zunächst nach eigene  Angaben „im Grenzbereich von Quantenphsik und Informatik und entdeckte dabei „unerwartet eine neue Art von Weltformel“.

Nach der Gründung geriet Merck schnell in eine Außenseiter-Position. Dr.-Ing Wulf H. Rumpel, einer seiner späteren Mitstreiter: „Er erlebte den Einzug der Grünen in die Zentren bundesdeutscher Macht, gerät aber selbst mit seinen vehement vorgetragenen Vorstellungen von physikalischer Effektivität, technischer Evolution und Logik in dieser sich eher in gesellschaftlichen Dogmen und Retrotechnik manifestierenden Gruppierung in eine intern belächelte Flügelposition.“

So erscheine es für den, der ihn auch nur ein wenig kenne, absolut logisch, dass er sich treu bleibend, einen Neuansatz wagt und am 9. Juni 2000 in Stadland an der Weser die Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnik/Transrapid e.V. auf den Weg bringt. Zu seinen Mitstreitern gehörten neben Rumpel auch der frühere Harburger CDU-Bezirksabgeordnete Hans-Jürgen Rindfleisch.

Rumpel schreibt in einem Nachruf für Merck: „Er erarbeitet mit Gleichgesinnten, Routenpläne, Streckenbücher, Videoanimationen für den Einsatz des  Magnetschnellbahnsystems an zahlreichen Orten unseres Landes und Europas. Allerdings wäre es unaufrichtig und entspräche auch nicht seinen innersten Überzeugungen wenn  verschwiegen würde, dass er sich mit seiner an Absolutheit grenzenden Argumentationslinie viele seiner Gesprächspartner verstört oder gegen sich aufgebracht hat.“ Er sei aber auch ein praktischer Visionär gewesen. ag