SteinHermannHarburg – Er ist ganz sicher einer der bekannteren Harburger. Und auch als Architekt hat er sich einen guten Namen gemacht. Jetzt feiert Hermann Stein ein besonderes Jubiläum.

Seit einen halben Jahrhundert ist er selbstständig. Natürlich ist er es in Harburg, wo er 1936 im Krankenhaus Irrgarten geboren wurde und auch aufgewachsen ist. „Eigentlich bin ich immer in Eißendorf geblieben“, sagt Stein, der hier samt Elternhaus vier Wohnorte hatte und heute im Göhlbachtal wohnt. Er studierte Hoch- und Tiefbach und begann 1952 zu arbeiten. „420 Mark bekam ich damals, von denen 301 Mark ausbezahlt wurde“, erinnert sich Stein. „Das war schon eine Zeit, in der ich sparsam leben musste. Ich machte alles zu Fuß, konnte mir nicht mal eine Monatskarte leisten. Gewohnt habe ich zusammen mit einem Arbeitskollegen in einem untervermieteten Zimmer bei älteren Leuten, wo wir das Bad benutzen durften und ein Fach im Kühlschrank hatten.“

Seit dem 1. Juli 1964 ist er selbstständig. „Mein erstes Büro war ein Arbeitszimmer, in dem Haus, das ich mit meinem Schwager, der gelernter Zimmermann ist, selbst gebaut habe." Dort setzte er auch seinen ersten Auftrag um, einen Umbau für eine Harburger Musikschule. Als ein halbes Jahr später sein Vater starb, der ebenfalls Architekt war, wurde die noch sieben bestehenden Aufträge auf ihn und seinen Bruder verteilt.

"1965 habe ich die erste Bauzeichnerin und ein Jahr später den ersten Bauingenieur eingestellt“, sagt Stein. Sechs Jahre später erlitt er einen Herzinfarkt. „Das hat mich persönlich  mächtig zurückgeworfen. Ich hatte aber gute Mitarbeiter, die das abgefangen haben.“ Nach der Genesung eröffnete Stein 1974 ein größeres Büro mit zwölf Mitarbeitern. Ende der 80er Jahre war er Mitglied im Gutachterausschuss der Stadt Hamburg. Seit 1996 hat er aufgehört von privaten Bauherrn, Stein hatte nie öffentliche Aufträge, neue Projekte anzunehmen. Seitdem realisiert er eigene Immobilien oder baut sie um. „Momentan werden vor allem Büros in Wohnungen umgebaut“, so Stein. An den Ruhestand denkt der Vater dreier erwachsener Töchter nicht. „Ich arbeite noch und will auch weiter machen.“ zv