130713Bo1Harburg - Wenn man bei der Freiwilligen Feuerwehr ist, dann hat man Kameraden. Und die lassen einen Junggesellen zum 30. Geburtstag eines. Fegen, fegen, fegen, fegen.

Eine gute Stunde brauchte der stellvertretende Wehrführer der FF Eißendorf, Borhen "Bo" Azzouz, bis ihn eine Jungfrau frei geküsst hatte und er die Rathaustreppe seinen Kameraden zum Restreinigen überlassen konnte.

Sein Glück: Gleich nebenan ist die Hochzeitstreppe und das Standesamt, in dem am Samstagvormittag einige Brautpaare geheiratet hatten. Ein kleines Blumenmädchen erbarmte sich.

Und wie war die Stunde auf der Rathaustreppe? "Das war ganz schön warm", sagt Bo den seine Kameraden in ein Elefantenkostüm gesteckt hatten.

Der Brauch die Rathaustreppe zu fegen, ist eine Hänselstrafe, die sich unsere Vorfahren vor über 120 Jahren ausgedacht haben. Eigentlich ist es mehr eine Warnung. Dieser Brauch soll auf den Volksglauben zurückgehen, dass Menschen, die sich zu Lebzeiten nicht fortgepflanzt haben, nach ihrem Tod im Jenseits überflüssige Arbeiten verrichten müssen. zv

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