090813DRKWilstorf - Wenn am Dienstag zwei Transporter des DRK vom Außenmühlendamm aus in Richtung Lettland aufbrechen, wird in einem Fahrzeug Bezirkshandwerksmeister Dierk Eisenschmidt am Steuer sitzen.

 Er bringt gebrauchte Pflegebetten und Gehwagen, spezielles Verbandsmaterial, aber auch Alltagartikel wie Seife, Shampoo, Kaffe, Schulranzen oder Kleidung nach Riga. 45.000 Euro sind die Hilfsgüter wert. Waren im Wert von 35.000 Euros sind Spenden von Hamburger Firmen. Sie sollen vom dortigen DRK an Bedürftige verteilt werden. "Es geht den Menschen gerade unglaublich schlecht", sagt DRK-Geschäftsführer Harald Krüger, der auch mit fährt. "Gerade alte und kranke Menschen sind betroffen. Es gibt dort kein soziales Netz."
Eisenschmidt will nur helfen. "Ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit", sagt der 69-Jährige. "Nach dem Krieg haben wir als Kinder die Schwedenspeisung bekommen". Die von Folke Bernadotte ins Leben gerufene Hilfsfaktion war die größte im Ausland organisierte Massenspeisung nach dem Krieg. Allein in Hamburg wurde über sie täglich rund 40.000 Essen an Kinder ausgegeben.
Dierk Eisenschmidt hat es nicht vergessen und weiß, wie wichtig so eine Hilfe ist. Fünf Tage wird er ab Dienstag unterwegs sein. Den Großteil der Strecke wird mit der Fähre ab Rostock zurückgelegt. "Das ist schneller als auf dem Landweg", weiß Krüger.
"Ich habe fast keinen Urlaub", sagt Konditormeister Eisenschmidt. "Ich fahre gern Auto und habe so die Gelegenheit einmal nach Lettland zu kommen." Dabei hat er auch ein paar ganz persönliche Sachen im Gepäck. 48 Teile, Kleidung, Handtücher, Bettwäsche, haben er und seine Frau zuhause aussortiert, um sie als ganz eigene Spende zu übergeben. (zv)