Harburg –  Er war wohl zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Die Ankündigung des Senats, die Technische Universität auszubauen und zum

Informatik-Topstandort zu machen, hat Professor Görschwin Fey gereizt: „Das ist die richtige Einstellung, da bin ich gerne dabei!“ Fey, neuer Professor am Institut für Eingebettete Systeme, hat diese Woche seine Antrittsvorlesung an der TUHH  gehalten.

Fey hatte in Haale an der Saale Informatik studiert und 2006 an der Universität Bremen promoviert. Sein Forschungsinteresse gilt der Entwurfsautomatisierung elektronischer Systeme im Allgemeinen und dem Aspekt der Korrektheit im Speziellen. Ein Punkt, der erst kürzlich im Zusammenhang mit den Sicherheitslücken Spectre und Meltdown diverser namhafter Prozessor-Hersteller Schlagzeilen machte. „Dabei ging es nicht um die klassische Verschlüsselungstechnik, sondern darum, dass beim Entwurf übersehen wurde, dass es einen Seitenweg gibt, den jeder per Software ausnutzen könnte“, sagt Fey. Ein Fehler, der sich nicht einfach durch ein Update beheben lasse, da nicht die Software sondern die Hardware betroffen sei. „Was falsch ist bleibt also falsch.“

Von 2012 bis 2017 leitete Görschwin Fey die Abteilung Avioniksysteme am Institut für Raumfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dort werden Rechner für Raumfahrsysteme entworfen und zusammengebaut. „Dabei ging es nicht mehr nur um die Frage, warum etwas korrekt funktioniert. Dort ging es auch darum, dass die Rechner unter schwierigsten Umgebungsbedingungen korrekt funktionieren“, erklärt Fey. „Dafür muss jedes Detail betrachtet werden, von der Auswahl der Bauteile für die Stromversorgung bis hin zur Chip-Auswahl.“

Eine spannende Aufgabe, doch Fey fehlte die Verbindung zur Lehre und zur Grundlagenforschung. Gerade diese Aspekte waren es dann auch, die ihn und seine Familie von Bremen nach Harburg zogen. ag