160402BissingPraesiHarburg – Tradition, das ist mittlerweile eine schwierige Sache in Harburg geworden. Davon wusste Hermann Stein, Gründungsmitglied des Schließclubs „Major von Bissing“,

zu erzählen. Zum 50-jährigen Bestehen des Clubs, ließ er nicht nur die vergangenen Jahre Revue passieren, sondern er sprach auch die Widrigkeiten der Gegenwart an. „Wir haben viel bewegt. Es waren allerdings auch noch Zeiten, als die Gilde in unserer Heimatstadt noch einen Stellenwert hatte“, so Stein. Heute hat die fast 500 Jahre alte Schützengilde mit vielen Problemen zu kämpfen. Die Deputation, der Vorstand, findet nicht genau Mitglieder. Der Festplatz auf dem Schwarzenberg wurde von der Stadt für die Unterbringung von Flüchtlingen genommen. Das GastHus, das sich in dem der Gilde gehörenden Gildehaus befindet, hat auch deshalb zu kämpfen. Die Identifikation der Harburger Geschäftswelt, die immer mehr von Ketten dominiert wird, ist deutlich zurückgegangen. „Selbst die Stadt, unserer Bezirk, steht gegenüber früheren Jahren nicht mehr hinter uns“, beklagt Stein. Die Gilde selbst hat Nachwuchssorgen. „Wer Anschluss sucht, sollte sich melden“, sagt Stein. „Wir als Schießclub sind aufnahmewillig.“

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Die Mitglieder vom Schießclub "Major von Bissing". Fotos: zv

Der Schießclub „Major von Bissing“ hat aktuell 14 Mitglieder. Präsident ist Andreas Hohenberg (Foto o.l.). Der konnte zum Jubiläum zahlreiche Gäste im GastHus begrüßen. Auf die Stiftung einer Ehrenscheibe, eigentlich ein Evergreen in der Schützenwelt, wurde verzichtet. Dafür bekam die Abordnung der Deputation von Hohenberg einen Scheck über 1500 Euro überreicht. Das war eine sinnvolle Idee. Das Geld ist zweckgebunden als Sondertilgung für die noch auf dem Gildehaus lastende Hypothek. zv

Veröffentlicht 3. April 2016