151201Kardio2Heimfeld – Er ist der Doktor der Herzen. Dr. Oliver Zantis ist Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Mariahilf. Seine Abteilung ist ein großer Gewinner des Umzugs der

Helios-Klinik in den Neubau. Zusammen mit Kollegen aus dem UKE bilden sie das Herzzentrum Süderelbe.

„Kardiologie hat mich begeistert“, sagt Dr. Zantis. „Es ist einer der wenigen Bereiche in der Medizin, in dem man sofort das positive Ergebnis seiner Arbeit erlebt. Oft haben wir Patienten, die in einem lebensbedrohlichen Zustand sind. Wir können ihnen helfen und sie in kurzer Zeit aus der akuten Gefahr holen. Inhaltlich ist das eine schöne Tätigkeit." Deshalb wechselte er vor 13 Jahren das Fach. Aus dem Narkosearzt wurde ein Herzspezialist. Heute ist der 41-Jährige Chef von zwei Ober- und elf Assistenzärzten.

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Dr. Oliver Zantis, Chefarzt der Kardiologie im Krankenhaus Mariahilf. Fotos: zv

Herzstück der Herzstation im Mariahilf ist das Herzkatheterlabor. Dort werden sogenannte minimal-invasive Eingriffe, Operationen mit möglichst kleinen Verletzungen, durchgeführt. Über die Leiste oder über den Arm werden die Katheter durch Venen oder Arterien bis zum Herz geführt. Der Eingriff wird über Bildschirme verfolgt. Dr. Zantis und sein Team erkennen so Verengungen oder Verstopfungen in den Herzkranzgefäßen oder Probleme in den Herzkammern, die größtenteils sofort über den Katheter beseitigt werden. Dabei werden die Verengungen mit Hilfe eines Ballons erweitert, der mit einem Druck von bis zu 20 Bar ausgedehnt wird. Zum Vergleich. Ein Autoreifen wird auf einen Druck von etwa über 2 Bar aufgepumpt. Anschließend werden die gedehnten Bereiche in den Herzkranzgefäßen mit einer Art Stützgitter stabilisiert.

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Die Kardiologie im Krankenhaus Mariahilf.

Den Eingriff selbst verfolgt das Team über einen großen Monitor, auf dem auch alle weiteren wichtigen Informationen angezeigt werden. Herzkranzgefäße, Herzklappen aber auch periphere Blutgefäße können in 2D oder 3D Technik erfasst und dargestellt werden. „Wir haben in unserem Herzkatheterlabor echte OP-Bedingungen“, sagt der Chefarzt. Der Zugang erfolgt über Schleusen, damit alles steril bleibt. Es gibt eine spezielle Lüftung. Ein Vorraum ist durch eine Glasscheibe abgetrennt, damit von dort aus die Arbeit der Kardiologen beobachtet und unterstützt werden kann. Dr. Zantis „Das ist ein echter Vorteil.“

Spezielle Eingriffe und Diagnosen werden   mit den Kollegen im UKE abgestimmt. „Das geht nach dem Vier-Augen-Prinzip“, sagt Dr. Zantis. Im UKE sind auch die Herzchirurgen, die Operationen am offenen Herzen machen würde. Die meisten Herzprobleme, aber auch das Einsetzen von Herzschrittmachern und  Defibrillatoren oder die Verödung von Herzrhythmusstörungen wie beim Vorhofflimmern, können im Mariahilf diagnostiziert und behandelt werden.

Rund 1800 Patienten werden am Ende dieses Jahres bereits im Herzzentrum im Mariahilf behandelt worden sein, 700 davon im Herzkatheterlabor. Viele sind Notfälle. Die kommen meistens noch direkt aus den Praxen. Im Mariahilf hofft man, dass auch der Rettungsdienst bei akuten Fällen wie Herzinfarkten mehr von den Möglichkeiten in dem Krankenhaus Gebrauch macht. Dabei hat man im Mariahilf eine 24-Stunden Notfallbereitschaft für die Rettung von Menschen, die einen akuten Herzinfarkt erlitten haben. zv