Harburg - Die „Künstlergruppe für Flüchtlinge“ in Harburg präsentiert am Sonnabend, 10. Februar um 17 Uhr in der St. Trinitatis Gemeinde Harburg ihre Krafttier-Kunstwerke und die daraus entstandenen Krafttierkarten. Teilnehmerinnen einer Schreibwerkstatt „Kunst im Dialog - Erzähl mir dein Krafttier“ lesen dazu ihre Texte und der Syrische Musiker Omar Abazied begleitet den intermedialen Kunst-Mix musikalisch mit seiner Oud.

Ulrike Hinrichs leitet seit knapp drei Jahren die „Künstlergruppe für Flüchtlinge“ auf dem Wohnschiff Transit im Harburger Binnenhafen. „Was machen wir heute“, hört sie dann von den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Da muss sich Hinrichs stets etwas Neues einfallen lassen. So entstand die Idee, mit den Flüchtlingen Tiere zu malen. „Denn jeder hat einen Bezug zu Tieren, sagt Hinrichs. „Tiere tauchen in Mythen, Sagen und Geschichten auf, auch auf Wappen und in Religionen haben sie eine symbolische Bedeutung. Kinder haben ihre Lieblingskuscheltiere und Haustiere nehmen eine wichtige Rolle im Alltag von Menschen ein. Krafttiere stammen ursprünglich aus der schamanischen Tradition, dort haben sie eine ähnliche Bedeutung wie im Christentum die Schutzengel“, so Hinrichs zum Hintergrund des Projektes.

„Die Tiere wirken jenseits dieser kulturell-religiösen Traditionen mit ihren Stärken und Eigenschaften auf Menschen Ressourcen stärkend, regen die Imagination an und wecken die Intuition“, beschreibt die Kunsttherapeutin die psychologische Komponente.

Die Inspiration zum Tiere malen kam bei den Künstlern und Künstlerinnen der Gruppe gut an und so entstand von Elefant bis Schmetterling und von Löwe bis Flamingo ein Zoo aus Kunstwerken. Das hat allen sichtlich Spaß gemacht. Aus den Bildern sind in der Folge von der Illustrationsdesignerin Kerstin Nagel-Stein layoutete 55 Krafttierkarten entstanden, die nicht nur in Schule, Beruf und zum Spielen einsetzbar sind. Die Erlöse aus dem Verkauf gehen als Spende an Flüchtlingsprojekte in Harburg.

Auch Pastor Friedrich Degenhardt hat sich bei der Vorstellung des Projektes begeistert auf die Idee eingelassen. „Die Karten können wir auch im Gottesdienst einsetzen“, äußerte er spontan, als er die Tierkarten in der Hand hielt. Neben der Ausstellung gibt es am Sonntag, 11. Februar, um 10.30 Uhr in der Kirche an der Bremer Straße einen Gottesdienst mit den Krafttieren. (cb)