150327TunnelHarburg – Neuling André Lenthe brachte die Fehleinschätzung der Harburger Opposition auf den Punkt. Die Mitglieder des Vereins, der das ArtCafé von

Toro im ehemaligen Schmuddeltunnel retten will, hätten sich anhören müssen, was ihnen im vorangegangenen Kulturausschuss so an den Kopf geworfen wurde, glaubt der Linke. Das müssen sie eben nicht. Keiner der am Donnerstagabend im selben Ausschuss als „honorig“ oder „ehrenwert“ titulierten Harburger Kaufleute dürfte sonderlich scharf darauf sein, in seiner Freizeit einen Verein zu organisieren, der ein von der Politik angeschobenes Projekt vor dem Totalverlust bewahren soll. Es ist wohl der Respekt vor der Leistung Toros als Künstler, persönliche Verbundenheit zu ihm und auch bürgerliches Engagement für Harburg, dass den Antrieb liefert. So waren auch die Schilderungen des Vorsitzenden des Ausschusses, Ralf-Dieter Fischer, deftig, in denen er beschreibt, wie er in einem mehrstufigen, über mehrere Tage angelegten Bezirzungsprozess die Vereinsmitglieder davon abhielt das Handtuch zu werfen.

Die „Krachmacherbande“ zeigte sich zunächst versöhnlich, nachdem die Verwaltung Fakten nachlieferte, konnte es aber nicht lassen weiter zu quengeln. Heinke Ehlers von den Grünen fehlte beispielsweise die Vorstellungskraft für die Vorstellung des Vereins, die besagt, dass man nach einem Jahr auf die im Ausschuss für dieses Jahr beantragten 20.000 Euro verzichten und das Geld selbst aufbringen kann. Ehlers glaubt, dass sich der Bezirk langfristig engagieren müsse, was er aktuell gar nicht über mehrere Jahre verlässlich zusagen kann.

Am Ende spielt die Opposition aber keine Geige. Die GroKo hat sich mit ihrer Mehrheit für das Konzept des Vereins ausgesprochen. Damit werden alle Verträge, darunter auch der auf fünf Jahre geschlossene Vertrag über die Sondernutzung des Tunnels, mit Toro aufgelöst und mit dem Verein neu geschlossen.

Bei den  Betriebskosten ist man bereits weiter, als politisch beschlossen. In einer Ergänzung zum Durchführungsvertrag zur Änderung des Bebauungsplans Harburg 64, in dem die Erweiterung des Phoenix-Centers geregelt ist, sind sich die Unterzeichner, darunter Bezirksamtsleiter Thomas Völsch und Baudezernent Jörg Penner, bereits seit Ende Oktober vergangenen Jahres darüber einig, dass eine Zuwendung an den Gloria Tunnel e.V. von bis zu 60.000 Euro, verteilt auf bis zu drei Jahre, zulässig ist. Hier handelt es sich um Geld für Betriebskosten. zv