150326KrassissimoHarburg – Kann ein Syrer etwas mit Mozart anfangen? Und wie! Als das Duo Krassissimo im „Refugio – Café der Gastfreundschaft“ im Gemeindehaus St. Johannis das

Rondo alla Turca ankündigt, ruft einer aus dem Publikum: „Mozart? Sehr Schön.“  Und seine Landsleute klatschen. Sie alle wohnen in der Unterkunft der Zentralen Erstaufnahme auf dem Schwarzenberg und treffen sich fast jeden Tag in dem kleinen Café an der Bremer Straße, gleich neben dem Soldaten-Denkmal.

Krassissimo – das sind  Matthias Greenslade und Konrad Kanton, Studenten der Hamburger Hochschule für Musik. Sie gehören zum Ensemble der Musik-Organisation Live Music Now. Sie wurde 1977 von dem legendären Geiger Yehudi Menuhin gegründet. Ihr Grundgedanke: Musik heilt, Musik tröstet, Musik bringt Freude. Für den Humanisten und Weltbürger Menuhin war Musik nicht nur Kunst, sondern auch ein Beitrag zu einer besseren Gesellschaft.

Die Musiker von Live Music Now geben kostenlose Konzerte für Menschen, die es sich nicht leisten können, in Konzerte zu gehen. Meist sind es junge Musiker, die ihre Karriere noch vor sich haben. Greenslade und Kanton nennen sich Krassissimo, ihre Repertoire reichte an diesem Nachmittag von klassischer Gitarrenmusik von Komponisten wie Fernando Sor oder Joao Pernambuco, über Mozarts türkischen Marsch bis hin zum spanischen Blues von Gary Moore. Ein beeindruckendes  Kabinettstückchen lieferten sie im dritten Teil der Wicked Witches von Lars Wüller ab: Greenslade und Kanton spielten gemeinsam auf einer Gitarre. Klar, dass sie noch eine Zugabe geben mussten. ag