ToroLangHarburg - Ungeschickter kann Politik kaum agieren. Weil sich Vortragende des Vereins, der das Kulturcafé im ehemaligen „Schmuddeltunnel“ retten will, im Kulturauschuss

heftigen Angriffen der Opposition ausgesetzt sahen, könnte das freiwillige Engagement platzen. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Ende von Toro´s ArtCafé in der Unterführung, die die Lüneburger Straße mit der Seevepassage verbindet. Die

Der Auftritt hat eine Vorgeschichte. Die SPD hatte das Café in dem Tunnel initiiert, um dort Leben hinein zu bringen. Betrieben wird das Café vom Künstler Toro. Der hat zwar viel Ahnung von Kunst und holte Künstler nach Harburg, die schon international in der Szene bekannt sind. Kaufmännisch ist er, so heißt es, dagegen nicht ganz so der Experte. Dieses Manko will der Verein ausgleichen. Am Donnerstagabend sollte er das Konzept vorstellen. Das Problem: Vor allem die Opposition war, was die Hintergründe des Engagements angeht, offenbar nicht so ganz auf der Höhe. Die Verwaltung, so sagt es CDU-Fraktionschef Ralf-Dieter Fischer, konnte keine Zahlen liefern. Nur grob, so erfuhr es harburg-aktuell, sind Summen genannt worden. Rund 40.000 Euro sollen pro Jahr aufgebracht werden, um sowohl die Betriebskosten, wie auch das künstlerische Konzept umzusetzen. Konkrete Zahlen für einzelne Posten hatte die Verwaltung lauf Fischer nicht vorgelegt.

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Toro vor dem ArtCafé. Foto: zv

Für die Opposition war das eine Vorlage, die man sofort annahm. Peter Steljes vom Verein, sah seine und die Bemühungen seiner Mitstreiter, darunter Harburgs Handelshof-Chef Jörn Soerensen, unter schwerem Feuer. „Das Konzept, das vorgestellt wurde, war auch dürftig“, sagt Fischer über den Auftritt des Vereins im Kulturausschuss. „Wir wollten uns um den kaufmännischen Teil bei dem Projekt kümmern, damit der in geordnete Bahnen kommt“, heißt es aus dem Verein. „Das geschieht freiwillig und unentgeldlich, weil wir Toro schätzen und die Sache unterstützen wollen. Wir müssen das aber nicht.“ Neue künstlerische Konzepte will und könne man nicht einbringen. Das sei weiterhin Toro´s Sache, dessen Arbeit man in diesem Punkt als erfolgreich sieht. „Es geht darum, das der kaufmännische Teil abgearbeitet und aufbereitet wird, eine Bilanz erstellt und Spenden eingeworben werden“, sagt Steljes. Hier habe man eine große Bereitschaft aus dem Umfeld erfahren. „Viele Geschäftsleute sind bereit etwas zu geben, wenn ein Verein eingeschaltet ist.“ Insgesamt, so seine Prognose, könnte das Café am Ende wirtschaftlich betrieben werden.

Diese Fragen standen laut Steljes aber im Kulturausschuss im Hintergrund. „Man verstand oder wollte nicht verstehen, worum es geht. Stattdessen hat man uns nach Künstlern oder künstlerischen Konzepten gefragt. Da haben wir keine Kompetenz.“ Er habe das Gefühl bekommen, dass er von "echten Kunstkennern" als „Kulturbanause“ vorgeführt werden sollte. Kompetenz habe man auf kaufmännischem Gebiet. „Das können wir. Es gibt sogar einen Steuerberater, der unentgeltlich die Buchhaltung für den Verein machen würde“, so Steljes. Auch konkrete Zahlen lägen vor. "Ich habe keine Lust Spielball politischer Auseinandersetzungen zu sein", sagt Soernsen. "Dann eben nicht."

Jetzt wird es eine Krisensitzung mit dem Bezirksamtsleiter geben. „Unser Ziel muss es sein, an der Stelle für Sauberkeit und Ordnung zu sorgen“, sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath über die Unterführung. „Das kann man nur erreichen, wenn dort über einen möglichst langen Zeitraum jemand vor Ort ist. Also jemand der das Café betreibt. Und dieses Café muss so betrieben werden, dass es möglichst wirtschaftlich ist.“ zv