StellwerkHarburg – Trotz Unterstützung durch die Kulturbehörde und durch das Bezirksamt droht dem Stellwerk im Bahnhof Harburg weiter das Aus. Nach dem ersten offenen Brief im

September habe es positive Entwicklungen gegeben. „Leider hat sich an den entscheidenden Fronten aber nicht viel getan“, heißt es jetzt in einem zweiten offenen Brief. Es geht um Lärm durch Veranstaltungen, der in die Wache der Bundespolizei dringt. Man selbst habe Maßnahmen ergriffen und die Musikanlage in Gummiaufhängungen gehängt, den Zeitpunkt und die Zahl lauterer Musikveranstaltungen angepasst, besonders lästige Frequenzen ermittelt um sie herauszufiltern, oder laute Veranstaltungen in einen anderen Raum verlegt. Die Bundespolizei habe dagegen „keinen Schritt“ auf die Betreiber des Stellwerk zu gemacht. „Laut Aussage der Bundespolizei hat diese dort ihren gesetzlichen Auftrag zu erfüllen und duldet dabei keine Störung. Direkte Gespräche mit den Verantwortlichen wurden uns weitestgehend verweigert“, heißt es in dem offenen Brief. Erste, aktuell vom Bezirk vorgeschlagene Termine für weitere Lautstärkemessungen seien unter die Betreiber des Stellwerks unbekannten Gründen von der Bundespolizei abgesagt. „Dieses Verhalten fühlt sich für uns an wie eine Verzögerungsstrategie, da es für uns unerklärlich ist, wieso es in einer rund um die Uhr besetzten Bundespolizeiwache nicht möglich sein soll die Türen für eine Lautstärkemessung zu öffnen“, heißt es in dem offenen Brief weiter. Auch der Bahn wird vorgeworfen, dass sie nicht den „geringsten Eindruck an einer einvernehmlichen Lösung interessiert zu sein".

Erfreut sei man über den Zuspruch aus der Politik, insbesondere durch die Kultursenatorin und des Kulturausschusses des Bezirks. Sie wollen Gespräche mit Bahn und Bundespolizei führen. „In diese Gespräche“, so heißt es, „setzten wir nun noch ein letztes Mal all unsere Hoffnung bevor wir ein endgültiges Ende beschließen.“ dl

Veröffentlicht 6. Oktober 2014