160916BahnhofHarburg – Das macht Hoffnung: Der neuformierte Fachausschuss „Kultur, Sport, Freizeit“ hat zum ersten Mal getagt  und gleich frischen Wind gebracht. Bisher kam die

Kultur im Ausschuss mit den gefühlt 1000 Zuständigkeiten – unter anderem mussten auch die Bereiche „Stadtteilentwicklung“ und „Bildung“ abgehandelt werden – immer am Ende der Tagesordnung zu Wort. Jetzt stehen kulturelle Themen im Mittelpunkt, und der Ausschuss hat die Chance, unter der Leitung von Ralf-Dieter Fischer (CDU) und seiner Stellvertreterin Sabine Boeddinghaus (Die Linke) dem Bezirk neuen Glanz zu verleihen, vor allem aber  mit gutem Beispiel für die anderen Bezirke voranzugehen.

Ganz unbürokratisch hatte Fischer die Probleme des Musikklubs „Stellwerk“ auf die Tagesordnung gesetzt und gleich auch dessen Betreiber Stephan Röhler und Nandor Olah eingeladen,. So konnte – ganz nach dem Geschmack von Fischer – einiges gleich auf dem kurzen Dienstweg geklärt werden. Offenbar hat das Bezirksamt inzwischen die Forderung nach weiteren Toiletten zurückgenommen, jetzt geht es unter anderem noch um die Konzession. Wie zu hören war, hat ein Mitarbeiter des Bezirksamts Zweifel, ob die Musik, die im Stellwerk gespielt wird, immer unter dem Begriff „sonstige Kultur“ zu klassifizieren ist. Sonst würde es sich nämlich um eine Nutzungsänderung handeln, dann müsse das Bezirksamt aber die Konzession verweigern. Sozialdezernent Holger Stuhlmann, unter anderem für Stadtteilkultur zuständig, musste Fischer versprechen, diesen Punkt kurzfristig im Sinne des Stellwerks zu klären.

Ein dickeres Brett scheint das Verhältnis zwischen Stellwerk und den Bundespolizisten zu sein, die ausgerechnet unter dem Musikklub im Harburger Bahnhof ihre Räume haben. Sie beschweren sich ständig über den Lärm, obwohl Messungen inzwischen ergeben haben, dass die Stellwerk-Betreiber den zulässigen Lärmpegel nicht überschreiten. Röhler: „Immer  wieder haben die Bundespolizisten ihre Kollegen von der Schutzpolizei gerufen. Und die beenden unsere Veranstaltungen.“ Inzwischen sei der Klub deshalb in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Nun soll geprüft werden, ob eine Verplombung der Musikanlagen die Gemüter beruhigt. Die Plomben könnten verhindern, dass die Anlage heimlich, still und leise doch wieder voll aufgedreht wird. Zumindest rechtlich wäre das Stellwerk dann auf der sicheren Seite. Röhler: „Wer gibt uns dann die Garantie, dass die Schutzpolizei uns dann in Ruhe lässt?“