140728LangankeHarburg –Die Harburger Künstler und Kulturschaffende wollen künftig deutlich mehr mitreden, wenn es um die Rahmenbedingungen für eine kreative Szene im Süden

Hamburgs geht. SuedKultur-Sprecher Heiko Langanke: „Wir fordern die neu gewählte Bezirksversammlung auf, einen Kulturausschuss mit klaren Kompetenzen einzurichten. Und wir fordern die Fraktionen auf, wirklich kompetente Vertreter in diesen Ausschuss zu schicken.

Für einen Ausschuss, in dem Kultur unter ,Gedöns’ fällt und frühestens als Tagesordungspunkt 13 abgehakt wird, sind wir nicht mehr zu haben.“

Starke Worte! Tatsächlich war die Kultur in der Harburger Politik eher ein Scheinriese. In Sonntagsreden und Imagebroschüren spielte sie eine herausragende Rolle, und die Politiker glaubten besonders großzügig zu sein, als sie SuedKultur, dem bunten Haufen der Harburger Künstler und Kulturmacher, mit dem Kultur-Beirat ein Forum und Mitspracherecht gaben. Langanke: „Dieser Beirat war Zeitverschwendung und ging an der Sache vorbei.“

Mit einem eigenständigen Kulturausschuss wäre längst noch nicht alles in Butter. Langanke: „Wir fordern zudem eine Aufstockung der Mittel für Stadtteilkultur auf 50.000 Euro und dass SuedKultur einen  kompetente Erstbewertung eingehender Projektanträge vornimmt.“ An anderen Stellen und Orten. Das spare Zeit und Formalitäten in der Verwaltung und dem Ausschuss und sorgt für eine größere Transparenz im kulturellen Entwicklungsprozess Harburgs.

„In den vergangenen Jahren ist immer mehr Kultur in Harburg entstanden – ohne Zutun der Politik und auf eigenes privates Risiko. Dass muss gestützt und gefördert werden – nicht allein mit Geld wohl aber auch mit Respekt, durch Verschlankung von Verwaltungswegen und Kompetenz in der Beratung“, sagt Langanke. „Ich bin zudem überzeugt, dass wir mit wenig Geldeinsatz die besten und pragmatischsten Lösungen erreichen. Denn wir sind es gewohnt, jeden Euro mehr als zweimal umzudrehen.“

Ganz pragmatisch fordert SuedKultur die Einrichtung eines Etats für steuerrechtliche Beratung gemeinnütziger Kulturvereine. „Wir erwarten vom neuen Kulturausschuss, dass kurzfristig 5000 Euro reserviert werden, um Vereine bei neuen fiskalischen und rechtlichen Anforderungen beraten zu lassen“, sagt Langanke. Die Insolvenzen vom Frauenkulturhaus und dem Freizeitzentrum Mopsberg seien erste Warnsignale einer verschärften Situation. SuedKultur habe Fachleute finden können, die zumindest einen Basisberatung der Vereine vornehmen können, um das Schlimmste zu vermeiden. Doch auch das sei nicht umsonst zu haben.

SuedKultur hat auch schon weitere Vorschläge für Themen, mit denen sich der Kulturausschuss beschäftigen könnte: So müssten die stark eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten der Freilichtbühne im Stadtpark wieder aufgehoben werden, es müsste endlich Proberäume für Musiker angeboten werden und es müsste ein Ausweichstandort für das Kultur- und Konzertschiff „MS Stubnitz“ im Binnenhafen angeboten werden.

Langanke: „Wir werden jetzt nicht fünf weitere Jahre stillhalten. Deshalb sind wir bereit für eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit. Aber wir haben auch wenig Probleme damit, das Bewusstsein für diese Themenfelder auf andere Weise zu schärfen.“