140304EuropabuchHarburg – Haben wir überhaupt noch Lust auf Europa? Regelungen über den Krümmungsgrad von Bananen, aber auch die Unfähigkeit, in gefährlichen Krisen mit einer Stimme zu

sprechen, fördern die Zweifel. Die eine oder andere Partei versucht – mehr oder weniger offen – Kapital, sprich: Wählerstimmen, daraus zu schlagen. Jetzt hält ein Buch, an dem auch Harburger beteiligt waren, dagegen. „Europa, aber anders“ heißt es und ist sicher kein bestelltes Loblied auf die Europäische Union.

Der SPD-Europaabgeordnete Knut Fleckenstein hatte bekannte und unbekannte Autoren aufgefordert, ihre Sicht auf Europa aus sehr individuellen Blickwinkeln niederzuschreiben – von Bürgermeister Olaf Scholz, über den Chef der Deutschen Bahn AG und gebürtigen Moorburger Rüdiger Grube bis hin zur Harburger Studentin Ronja Schwager.

Die Studentin nimmt die Leser mit auf eine imaginäre U-Bahn-Fahrt durch Europa, wo sie Menschen trifft, die ganz unterschiedliche Meinungen zur EU haben. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sich junge Menschen europaweit solidarisch verhalten, „dass es egal ist, woher wir kommen, wie wir aussehen, was wir können oder nicht können, sagen oder fühlen“.

Prof. Dr. Rainer Maria Weiss, Direktor des Helms-Museums, betrachtet Europa archäologisch und kommt zum Schluss, dass die echten Wurzeln Europas Jahrtausende zurückreichen und zeigen, dass ein vereintes Europa kein politisches Konstrukt, sondern der historische Normalzustand sei.

Knut Fleckenstein will das Buch am Donnerstag, 13. März, 19.30 Uhr in der Helms-Lounge, Museumsplatz 4, zusammen mit vier Autorinnen und Autoren vorstellen. Zugesagt haben Gunther Bonz (Unternehmensverband Hafen Hamburg), Momirka Marinkovic (Generalkonsulin Serbien), Isabella Vértes-Schütter (Intendantin Ernst Deutsch Theater) und Ronja Schmager (Studentin und Harburger Bezirksabgeordnete). ag