140204bahnhofHarburg – Seit Wochen ist klar: Das Stellwerk, die kultige Location für Veranstaltungen mitten im Harburger Fernbahnhof, das erst kürzlich mit dem Club Award als bester

Newcomerförderer ausgezeichnet wurde, hat Probleme, könnte in Kürze sogar vor dem Aus stehen.

Diesmal machen aber weniger die Finanzen Sorgen, das Stellwerk hat als Mieter der Bahn AG vielmehr Ärger mit einem anderem Mieter der Bahn AG. Und das ist ausgerechnet die Bundespolizei, die direkt unter dem Musikladen ein Büro hat.

In der Regel redet man miteinander, wenn es Ärger gibt. Aber das geht hier nicht. „Die Bundespolizei will nicht mehr mit uns reden“, sagt Stephan Röhler vom Förderverein Stellwerk e.V. Die Kulturbehörde hatte Ende 2013 zu einem klärenden Gespräch eingeladen, aber die Bundespolizei war nicht erschienen. Irritierend: Auch die Bahn AG als Vermieter war eingeladen, auch sie ließ sich nicht blicken. Seitdem befürchten die Stellwerker das Schlimmste: eine Kündigung. Trotz allem haben sich Röhler und seine Mitstreiter bedeckt gehalten, sie wollten nicht, dass die Angelegenheit durch öffentlichen Druck hochkocht.

Und doch wussten viele von dem Streit unter Mietern. Heinz Beeken (SPD), Vorsitzender des Harburger Kulturausschusses schrieb sogar einen Brief an Bahn-Vorstand Rüdiger Grube und bat ihn, die Angelegenheit zu regeln. Immerhin ist Grube im Bezirk Harburg aufgewachsen, zumindest dürfte es bei ihm noch ein gewisses Wohlwollen geben. Bezirksamtsleiter Thomas Völsch setzte auf eine pragmatische Lösung und bat alle Konfliktparteien an einen Tisch. Das Gespräch soll Anfang kommender Woche stattfinden.

Nun hat auch Stephan Röhler seine Zurückhaltung aufgegeben  und im öffentlichen Teil des Kulturausschusses über den Konflikt berichtet. „Wir hoffen immer noch auf eine friedliche Lösung“, sagte er.  Die Bahn AG bestätigte gestern gegenüber harburg-aktuell nur, dass es diesen Konflikt gibt, dass keine Kündigung ausgesprochen wurde und dass es Gespräche gebe.

Erst vor wenigen Tagen war das Stellwerk mit dem Club Award ausgezeichnet worden, der das vierte Mal in Hamburg verliehen wurde. "Das Stellwerk wurde für den Mut belohnt, ein Programm abseits der Szeneviertel zu realisieren, das bei regelmäßigen Freestyle-Sessions Nachwuchsrappern eine Bühne bietet", heißt es in der Begründung. ag