131009beekenHarburg  – Nein, sie werden keine Freunde mehr – die Harburger SPD und SuedKultur! Nach dem Regierungsneustart der Genossen vor zwei Jahren sah es zunächst

nicht nach einer komplizierten Beziehung aus. Heinz Beeken, altgedienter Parteifunktionär und „Strippenzieher“, machte der Harburger Kulturszene das Angebot, in seinem Fachausschuss als Beirat mitzureden. Wohlgemerkt: mitzureden, nicht etwa mitzuentscheiden! Denn das hätte ja die gewählten Volksvertreter entmachtet.

SuedKultur, der bunte Haufen Harburger Künstler, Kreativer und Kulturbesessener, sah sich nicht lange um und einigte sich auf Heiko Langanke als ihren Vertreter im Ausschuss für Kultur, Bildung, Sport und Stadtteilentwicklung. Damit war der Ex-Chef des Jazzclubs Stellwerk „Kultur-Beirat“. Und die SPD hatte „was für die Kultur“ getan.

Dabei blieb es eigentlich auch. Wer sich in der Harburger Kulturszene auskennt, weiß was den Aktiven auf den Nägeln brennt: Es gibt nicht genug Auftrittsmöglichkeiten, es gibt nicht  genug Probebühnen, nicht genug Ateliers, nicht genug Lagerstätten für Kulissen, Schlagzeuge, Klaviere, Leinwände und überhaupt alles, was man nicht mal eben im Flur zu Hause abstellen kann. Vor allem aber verdichtet sich der Eindruck, dass man bei den Kulturverwaltern, also jenen, die über öffentliche Gelder, Räume und auch Genehmigungen verfügen, nicht genug Kunst-Verständnis und Kunst-Verstand hat.

Die mageren Ergebnisse von sogenannten Arbeitskreisen, die dann doch noch zustande gekommen sind, könnte man – hart, aber fair – mit einem Satz zusammenfassen: Wenn Kultur auf Bürokratie stößt!

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass eine Vertreterin der Verwaltung den Grund für die mageren Ergebnisse in der Untätigkeit der Künstler sieht.

Heiko Langanke wollte in der Oktober-Sitzung des Ausschusses mit den vielen Zuständigkeiten einen neuen Versuch starten, dem Ein-Personen-Kulturbeirat ein wenig mehr Sinn einzuhauchen. Deshalb hatte er dem Vorsitzenden Heinz Beeken zuvor eine Liste mit zehn Fragen an die Politik zu geschickt. Während der Sitzung stellte sich dann allerdings heraus, dass Beeken die Liste gar nicht verteilt hatte. Irgendwie hatte er an diesem Tag den Kulturbeirat überhaupt nicht auf der Rechnung. Schon zu Beginn der Sitzung begrüßte Beeken den Seniorenbeirat, die Presse und  die Handvoll Zuhörer – Langanke erwähnte er indes nicht. So viel zu Beekens Wertschätzung der Harburger Kulturszene. ag