130616SoluKitWilhelmsburg – Sie kamen am Freitagnachmittag – wie schon im September 2012, als die Sprinkenhof AG das Soulkitchen vorübergehend dicht machte. Diesmal hatte

Sprinkenhof-Vorstand  Jan Zumke Verstärkung mitgebracht. Mit ihm fuhren zwei Laster vor, beladen mit schwerem Gerät und mindestens 50 Metern Bauzaun.

An den Zaun hefteten sie noch ein Schild „Vorsicht Ratten“ und eine pinkfarbene amtliche „Untersagung der Nutzung“, dann verschwanden sie wieder.

Der Verwaltungsakt zum Wochenende ist der vorläufige Tiefpunkt im Tauziehen um die alte Lagerhalle an der Industriestraße, die als Kulisse zu Fatih Akims Film „Soulkitchen“ weltweit Kultstatus genießt. Die Sprinkenhof AG als Verwalterin der städtischen Immobilien will die Halle abreißen und – wie zu hören ist – einen Lkw-Stellplatz anlegen. Als das Kulturkollektiv um Mathias Lintl das Soulkitchen zu neuem Leben erweckte, duldete man dies zunächst. Nach der vorübergehenden Stilllegung im vergangenen September und einem Sanierungskraftakt der Betreiber ging der Betrieb weiter –  mit Konzerten, Lesungen und anderen Auftritten.

Unterdessen war aber das Ingenieurbüro Dipl.-Ing. Weber GmbH tätig. Es stellte unter anderem fest, dass die Schallwellen bei den Konzerten, aber auch der Schwerlastverkehr auf der Industriestraße die Standsicherheit der Halle gefährden können. Merkwürdig: Konzerte und Schwerlastverkehr gab es auch schon, als dem Soulkitchen eine Nutzungsgenehmigung bis Ende 2013 erteilt wurde.

Wie geht’s weiter? Die Sprinkenhof AG will frühestens am Montag eine Stellungnahme abgeben, beim Bezirksamt Mitte ist übers Wochenende auch niemand zu erreichen. Das kommt davon, wenn man solche Aktionen für einen Freitagnachmittag ansetzt...

Der dritte Geburtstag des Soulkitchens ist am Sonnabend trotzdem gefeiert worden. In einem Zelt neben der Halle. ag

Artikel Mai 2013: Soulkitchen Halle wieder am Start

Artikel: September 2012: Behörde macht Soulkitchen Halle dicht