121222KWHarburg - Eine attraktive Location, engagierte Leute, ein anspruchsvolles Kulturprogramm und einmal im Jahr das über die Grenzen Harburgs hinaus beliebte Binnenhafenfest – das alles bietet die KulturWerkstatt Harburg am Kanalplatz.

Und doch gibt es Zoff, bisher allerdings nur hinter den Kulissen. Anlass war offenbar ein Defizit in der Kasse der KulturWerkstatt. Einzelheiten sind nicht zu erfahren. Es ist kein Geheimnis, dass der Vorstand die Öffentlichkeit eher scheut.

 

Insider wissen aber, dass nach heftigen Diskussionen der Kulturmanagerin Marita Schillerwein eine Kündigung ins Haus flatterte. Dank ihrer besonders guten Kontakte in der Szene hatte sie unter anderem Jahr für Jahr das attraktive Musikprogramm des Binnenhafenfestes zusammengestellt. Eine Mehrheit im Vorstand war nun aber plötzlich der Meinung, dass man auf die einzige feste Stelle für Organisation und Planung verzichten könnte.

„Das darf nicht sein“, sagten der Harburger Unternehmer Reinhard Knoche von der Firma Dichtelemente arcus GmbH und der Liedermacher Werner Pfeifer, unter anderem Träger des Harburger Musikpreises. Beide engagieren sich seit Jahren mit viel Herzblut für den Binnenhafen, Pfeifer hat zuletzt mit seinen Plänen für ein Galerie-Café in der alten Fischhalle für Aufsehen gesorgt. „Die Kulturwerkstatt Harburg leistet eine unersetzliche Arbeit für den Bezirk und für den Harburger Binnenhafen, dessen Strukturen sich gerade rapide verändern“, sagt Knoche. Die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer werde viel zu wenig anerkannt, ergänzt Pfeifer.

Und deshalb wollen die beiden der KulturWerkstatt helfen. Bis Januar wollen sie ihr 11.000 Euro überweisen. Das Geld stammt zum Teil von den Mitarbeitern der arcus GmbH, die auf einen Teil ihres Weihnachtsgelds verzichtet haben. An die Spende haben sie nur eine Bedingung geknüpft: Sie ist zweckgebunden und soll dafür sorgen, dass Marita Schillerwein weiter für die KulturWerkstatt arbeitet. Das soll inzwischen akzeptiert worden sein.

Pfeifer: „Wir wollen der Kulturwerkstatt aber nicht nur kurzfristig sondern dauerhaft helfen, als eine Art finanzieller Notanker.“ Deshalb wolle ein privater Förderkreis auch in den kommenden Jahren Geld für die KulturWerkstatt sammeln. Knoche: „Wir suchen jetzt noch weitere Unternehmen, aber auch Privatpersonen, die mitmachen.“ ag