120902SoulkitchenWilhelmsburg Ist das Kunst oder kann das weg? Das Bezirksamt Mitte hat sich entschieden und von heute auf morgen jede weitere Nutzung des legendären Soul Kitchens an der Industriestraße in Wilhelmsburg untersagt.

Die Betreiber der „Spielwiese“ für kulturelle Aktivitäten jeder Art waren von der Schließung völlig überrascht. Der für Freitagabend geplante Blues- und Tango-Tanzabend musste kurzfristig abgesagt werden. Zwar hatte die städtische Sprinkenhof AG schon vor Jahresfrist angekündigt, den alten Lagerschuppen Ende 2012 abzureißen, jetzt soll es aber plötzlich Probleme mit dem Brandschutz und den Fluchtwegen geben.

 

Der alte Schuppen hat Kultstatus, seit Regisseur Fatih Akin hier seinen preisgekrönten Film „Soul Kitchen“ gedreht hat, in dem er den Kampf eines heruntergekommenen Schnitzel- und Frikadellenrestaurants gegen seinen Untergang erzählt.

Nach dem Ende der Dreharbeiten erkannten Mathias Lintl und ein paar Mitstreiter die Chance, mit dem Namen des Films (und eines großartigen Songs der amerikanischen Kultband „The Doors“) als Markenzeichen einen nicht kommerziellen Ort für Kultur zu etablieren. Zuvor hatten sie die Zollstation am Alten Elbtunnel bespielt. Dort mussten sie weg, weil die Hamburg Port Authority (HPA) das Gebäude abreißen wollte. Nun droht ihnen an der Industriestraße das gleiche Schicksal.

Übrigens: Fatih Akins Film „Soul Kitchen“ gibt’s am Montag, 3. September, 20.15 Uhr, im Ersten zu sehen. Mz