120615KulturhausNeugraben - Es hat lange gedauert. Schon im vergangenen Herbst war das Kulturhaus Süderelbe vom Ehestorfer Heuweg in sein Domizil im BGZ am Neugrabener Bahnhof gezogen. Jetzt ist es mit einem

bunten Kulturprogramm offiziell eingeweiht worden, und es war Geschäftsführer Mike Nitsch anzumerken, was für ein mühsamer Weg hinter ihm und seinen Mitstreitern liegt.

„Es war wahrlich nicht einfach“, sagte er beim feierlichen Empfang vor rund hundert Gästen. Es habe viel Unvorhergesehenes gegeben und er musste in den vergangenen Monaten auch auf einige Ängste eingehen. Einige Mitarbeiter hatten nämlich Sorge, mit dem Abschied von der alten Villa am Ehestorfer Heuweg könnte sich auch deren besondere Atmosphäre verflüchtigen. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass es in einem kalten Neubau mit mehreren neuen Nachbarn ebenso kreativ zugehen könnte.

 

Doch das ist jetzt Schnee von gestern. Holger Reinberg vom Harburger Fachamt Sozialraummanagement zeigte sich sogar optimistisch. Hier könne durch die Zusammenarbeit mit der Schule und der Kita, die ebenfalls im BGZ untergebracht sind, etwas ganz Neues entstehen. „Noch ist das ein ganz zartes Pflänzchen“, sagte Reinberg. „Da müssen wir noch ganz vorsichtig sein.“ Er lobte das außerordentliche Engagement aller Beteiligten, angefangen vom Kulturhaus-Team bis hin zur Bezirksversammlung, die Geld locker gemacht hatte, als es finanziell eng wurde.

Allerdings nutzte Reinberg die Gelegenheit zu leiser Kritik: „Dieses Engagement hätte ich mir auch von der Kulturbehörde gewünscht.“ Schade, dass er nicht das bereitliegende Mikrofon nutzte. So war seine Kritik in den Nebenräumen, wo auch noch zahlreiche Gäste saßen, nicht mehr zu verstehen. Dabei hätte seine Kritik viel mehr Zuhörer verdient. mz