120502museum Ehestorf- Wie bleiben Erbsen frisch? Welche Milch wird in Mehrwegverpackungen verkauft? Und wie funktioniert ein moderner Mähdrescher? Antworten auf diese Fragen gibt es im neu errichteten Agrarium im Freilichtmuseum Kiekeberg. Am 5. Mai eröffnet die Ausstellungswelt für Besucher. Für die Museumsverantwortlichen geht mit dem Agrarium ein Traum in Erfüllung. Ganze zehn Jahre lang haben die Planungen für die Ausstellungslandschaft gedauert, seit März 2010 wurde gebaut. Nun steht der 5,7 Millionen Euro teure Gebäudekomplex (davon 3,5 aus EU-Mitteln) mit 3.330 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Auf drei Etagen (Ernährungswirtschaft, Antriebskräfte und Landwirtschaft) wird die Lebensmittelproduktion in Landwirtschaft und Industrie anhand von 14 Mitmach-Stationen und zahlreichen Museums-Objekte gezeigt. So können Kinder etwa mit landwirtschaftlichen Geräten ein Feld bestellen, in einer Fahrerkabine einen Mähdrescher lenken, eine Kuh melken oder an einer Milchtüte Fragen beantworten. Ein echtes Highlight gilt die 19 Tonnen schwere Dampfmaschine, die 1918 in Leeds gebaut und vor 20 Jahren von England nach Ehestorf gebracht wurde.

Prof. Dr. Rolf Wiese sagt voller stolz: "Mit dem Agrarium schaffen wir eine Verbindung von den offenen Feuerstellen in unseren alten Gebäuden und den historischen Maschinen zu den modernen Techniken von heute." An dem neuen Agrariums, dass als Symbol für eine erfolgreiche Zukunft stehen soll, erfreut sich auch die Politik. Joachim Bordt, Landrat des Landkreises ist voller Begeisterung für die Ausstellung und glaubt, dass diese Strahlkraft für die ganze Region entwickeln wird: "Mit dem Agrarium zünden wir die nächste Rakete des Museum Kiekeberg. Es ist eine Zeitwende für den Landkreis Harburg." Er findet die "Verbindung zwischen Landwirtschaft und Industrie sehr wichtig."

Auch der Museumsdirektor erhofft sich durch die Weiterentwicklung des Museums, das mittlerweile 25 Jahre in der Hand des Landkreises liegt, einen kräftigen Schub. Im letzten Jahr verzeichnete das Freilichtmuseum Kiekeberg über 220.000 Besucher, Zahlen die mit dem Agrarium deutlich steigen könnten. Im Vordergrund steht neben der Lebensmittelproduktion und der regionalen Landwirtschaft, auch das Thema Bildung. In einer eigenen Küche werden zum Beispiel Kochkurse angeboten, Kindergartenkinder und Schüler sollen hier das Kochen mit gesunden Lebensmitteln lernen. Auch hier gibt es erste Erfolge: So hat die niedersächsische Landesregierung das Agrarium als außerschulischen Lernort für Bildung und nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet. Die Eröffnungsfeier des Agrariums findet am 5. und 6. Mai statt.  (pw)