120424HansenHarburg - Wird der Rieckhof kaputt gespart? Unbeeindruckt vom erfolgreichen Comeback des Harburger Stadtteil- und Kulturzentrums nach der langen Reparaturpause im vergangenen Jahr haben SPD-Vertreter aus Politik und Verwaltung am Montagabend im Kulturausschuss eine Drohkulisse aufgebaut, die Rieckhof-Chef Jörn Hansen (Foto) noch manch schlaflose Nacht kosten wird.

So forderte Ausschuss-Vorsitzender Heinz Beeken gleich zu Beginn Hansen auf „zur Kenntnis zu nehmen“, dass es in Harburg jetzt auch den „Feuervogel“ im Phoenix-Viertel und das „BGZ“ in Neugraben gebe. Mit anderen Worten: Das wenige Geld, das der Senat für die Förderung dieser Zentren oder ähnlicher ausgeben will, muss mit noch mehr Institutionen geteilt werden.

 

„Fachamtsleiter Sozialraummanagement“ Holger Reinberg sagte sogar klipp und klar: „Machen Sie sich keine Hoffnung auf eine Erhöhung des Etats.“ Und wenn Jörn Hansen glaube, mit dem ihm zugewiesenen Geld nicht auskommen zu können, müsse man sich eben nach einem neuen Träger für den Rieckhof umsehen.

Im Klartext heißt das: Der Rieckhof muss weiter in etwa mit einem Etat wirtschaften, der ihm zu seiner Eröffnung 1984 zugestanden wurde. Das Problem: „Dank“ einer summierten Inflationsrate von 53,4 Prozent ist die Kaufkraft der „Staatsknete“ um die Hälfte gesunken. Außerdem sind in dieser Zeit die gesetzlichen Vorschriften für Versammlungsstätten erheblich verschärft worden.

Hansen: „Allein für vorgeschriebene Sicherheitsprüfungen und Wartungsverträge müssen wir im Jahr zurzeit 22.488 Euro hinlegen.“ Dazu gehörten die Überprüfung der Rauch- und Wärmeabzugsanlage, der Sicherheitsbeleuchtung, der magnetischen Türhalter mit Rauchsensoren, der Aufzugsanlage und viele andere mehr. Gut 286.500 der jährlich 655.000 Euro Zuwendungen bekommt der Rieckhof ohnehin nie zu Gesicht. Die Finanzbehörde teilt ihm jeweils nur mit, dass man diesen Betrag als Miete für die Räumlichkeiten an das Bezirksamt überwiesen habe.

Obwohl das Geld immer knapper wird und der Rieckhof nur drei festangestellte Mitarbeiter hat, soll er künftig noch mehr leisten als bisher. Holger Reinberg: „Wir erwarten verstärkte Anstrengungen in den Bereichen Bildung, demographischer Wandel und für Menschen mit Migrationshintergrund.“ mz