120306KunstHeimfeld - Ganz schön abgefahren, was die Künstlerin Burglind Jonas im hit-Technopark zeigt. Ihre Ausstellung unter dem Titel "mustern" weist auf gegensätzliche Sinnzusammenhänge hin, die durch ihre Werke deutlich werden sollen. Dabei arbeitet die in Bochum geborene und heute in Hamburg lebende Künstlerin mit ganz verschiedene Materialien, die mit Mustern versehen sind oder die wie ein Muster verwendet werden.

Traditionelle Stoffmuster, die wir alle aus Großmutters Wohnzimmer oder Wandbespannungen alter Adelssitze kennen, finden sich aufgepolstert auf Leinwand oder kombiniert mit Holzplatten und kontrastreich und als Widerspruch zu bemalten und besprühten Flächen. Deren Farbgestaltung wirkt, als sei die Farbe über die Leinwand gelaufen und hätte dabei quasi Farbnasen gebildet. Starke Kontraste und Brüche, die unsinnig erscheinen, sind ganz bewusst gewollt und bilden für sich das  Muster des Widerspruchs.

Jonas beschäftigt sich in dieser Ausstellung auch mit dem Brechen von Verhaltensmustern, die wir alle kennen. Wenn wir anderen Menschen begegnen, mustern wir sie. Sie mustern uns.
Entsprechend unserer Schubladen ordnen wir sie ein in gut oder böse, sympathisch oder unsympathisch u.s.w. und folgen damit einem Muster, das vermeintliche Sicherheit verspricht oder im Gegenteil Unsicherheit hervorruft.

In den „Musterstücken“ verwendet Jonas unterschiedliches Papier und bricht die vorhandenen Muster dadurch, dass sie beispielsweise Millimeterpapier als Hintergrund verwendet und darauf gemusterte Tapetenstücke oder Glanzfolien setzt und so den gewohnten Kontext verlsst und einen neuen Zusammenhang schafft.

Bei dem fotografierten Objekt Oktopussy ist ein mit Perlen bestickter Oktopus zu sehen, was an sich überhaupt keinen Sinn ergibt, wären da nicht noch zwei weitere Bilder, auf denen Tintenfische zu sehen sind, die ebenfalls durch juwelenartige Schmucksteine und gewickelte und gehäkelte Glanzgarne aufgehübscht schon wieder auf ein Muster hinweisen, dem die moderne Konsumentenwelt nur zu gerne folgt. Deren Erwartungen und Glücksversprechen wie ein allgegenwärtiges Muster in unserem Leben vorhanden sind.

Dieses Muster zu brechen und für den Betrachter einen  anderen Kontext herzustellen, versucht Burglind Jonas mit ihrer künstlerischen Arbeit und sagt: „Je weniger der Betrachter in der Lage ist, Bekanntes zu assoziieren, desto freier ist er, eigenes zu entdecken. Allein in sich.“

Die Ausstellung von Burglind Jonas im hit-Technopark, Tempowerkring 6, ist bis zum 20. April, Montag bis Freitag, 8:30 – 16:30 Uhr im Tempowerkring 6 eöffnet. dl