111107MischpultHarburg - Countdown für den Rieckhof 2.0. Am Donnerstag eröffnet die Kneipe. Am Freitag soll es wieder abgehen in Harburgs Veranstaltungszentrum. Bis dahin sind noch vier Abnahmen durch die DEKRA nötig. Denen sieht Geschäftsführer Jörn Hansen gelassen entgegen. "Ich weiß, dass alles tip-top ist."

Vor der Eröffnung schaute Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg vorbei. Der hatte das Geld für die Rieckhof-Rettung besorgt, nachdem der Laden wegen eklatanten Brandschutzmängeln stillgelegt wurde. "Die ersten 80.000 Euro waren Bezirksmittel, die benötigt wurden, damit es erst einmal überhaupt weitergehen kann", so Meinberg. "Das Geld haben wir hier wirklich zusammengegkratzt. Wenn es kurz danach ins Bezirksamt reingeregnet hätte, hätten wir ein Problem gehabt. So eng war es mit dem Geld."

 

Damit der Rieckhof wieder richtig läuft, musste anschließend richtig investiert werden. 650.000 Euro kostete der Neubau. Die Überraschung: Die Bürgerschaft bewilligte das Geld einstimmig. Und auch das "harte Verhör" in der Finanzbehörde, auf das sich Meinberg eingestellt hatte, um den Finanzbedarf zu rechtfertigen, lief überraschend entspannt.

Nette Rückmeldung für Hamburg: Die Arbeiten wurden nicht nur im Zeit-, sondern auch im Kostenrahmen umgesetzt. Dafür hat der Rieckhof jetzt ein ausgeklügeltes Brandschutzsystem, von dem besonders die rund 100 Lautsprecher erwähnenswert sind. Über die wird im Ernstfall eine automatisierte Warnansage durchgegeben. Die gibt es in zahlreichen Variationen und wird vom Computer anhand der Meldung von den Brandsensoren so ausgesucht, dass sie den Menschen sogar die beste Fluchtrichtung verrät.

Ordentlich Musik gibt es dann auch. Die hängt in Form von Lautsprechern samt Licht bereits an der Decke über der Bühne und wartet nur darauf, den Harburgern wieder die volle Dröhnung zu geben. Den Start macht Caramba, ein Theaterstück mit viel Musik und Tanz, bekannten Hits mit originellen Texten und schrägen Choreographien von Birgit Steinhart.

Kurz zurück zum Geld: Der Rieckhof, den jährlich über 100.000 Gäste besuchen, bekommt 655.000 Euro im Jahr an Zuwendungen von der Stadt, an die 287.000 Euro gleich an Miete zurückfließen. Vom Rest werden Personal oder Verbrauchskosten gezahlt. Das geht bereits seit der Eröffnung 1984 so. Die Misere kam zustande, weil von den Mieteinnahmen nichts für Modernisierungen ausgegeben wurde. Meinberg hofft, dass sich das ändert. Vor allem, weil die finanzierte Immobilie abbezahlt worden sein dürfte. Das Programm, so sagt Hansen, trägt sich selbst, wobei die Akts mit Promis wie Lotto King Karl sehr mehr tragen, als die Auftritte kleiner Bands. zv