110527ConsortHarburg - Eine Ära geht ihrem Ende entgegen. Ende des Monats schließt das Consortium. Der Live-Musikkneipe, die seit 2002 von Ulrike Schweer an der Neuen Strasse geführt wird, wurde vom Vermieter gekündigt. Es ging

um die Miete. Das es das Consortium an anderer Stelle geben wird, bezweifeln Insider. Die Mitglieder des Clubkombinats, ein Interessenverband von Clubbetreibern, Veranstaltern und Agenturen, sehen wenig Chancen für einen neuen Standort. "Wer glaubt, der Club macht zu, aber sicher an anderer Stelle dafür wieder einer auf, der irrt", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Der Grund sind die hohen behördlichen Anforderungen. "Die Verordnungen und gesetzlichen Auflagen, die ein Musikclub heutzutage zu erfüllen hat, sind für einen privaten Betreiber ohnehin schon schwer zu erfüllen. Abgaben an die GEMA, Künstlersozialkasse, Kosten für Werbung, Booking, Ton- und Lichttechnik lassen kleinen Clubs zudem finanziell kaum noch Spielraum."

 

Dass das Consortium genau zu diesen kleinen Clubs gehört, steht außer Zweifel. Große Gagen für die Musiker sind nicht drin. Man war auf Spenden aus dem Publikum angewiesen. Nicht wenige Musiker machten deswegen einen Bogen um den Laden. Für andere Musiker ist es dagegen das "Wohnzimmer". Regelmäßig traten sie im Consortium auf. Seitens der Künstler war der Zuspruch immer so groß, dass die Betreiberin ein Programm bieten konnte, das den Monat ausfüllte.

Für die Mitglieder des Clubkombinats ist das Ende des Consortiums nicht hinnehmbar. "Dem Eigentümer der Immobilie muss klar sein, dass er leichtfertig ein Stück Hamburger Musikkultur zu Grabe trägt." Man appelliert an ihn die Kündigung zurückzuziehen.

Im Consortium will man mit wehenden Fahnen untergehen. Den ganzen Monat soll noch richtig fett Programm geboten werden. Vielleicht hat das ja den Altonaer Museumseffekt, dass die Leiute, die es gut finden, aber nie hingehen, sich doch mal dorthin bequemen. zv