101023mezzotintoBinnenhafen - mezzotinto ist in den meisten Teilen der Welt als Schabkunst für ein aufwändiges Tiefdruckverfahren bekannt. Harburger verbinden damit die legendäre Literatur-Postille, die Harry Springer und

der Journalist Andreas Göhring herausgebracht haben.

Elf Jahre war Pause. Jetzt ist mezzotinto zurück. Und wie. Der Neuauflagen-Vorstellungsabend in der Kaffeerösterei Fehling hat das Zeug dazu so legendär zu werden wie mezzotinto. Das liegt zum einem an der gelungenen Umgestaltung, die witzig-klar daher kommt. Sehenswert sind die Bilder des leider viel zu früh verstorbenen Sportfotografen Jan Becker.

Zum anderen waren es die Künstler, die Harry und Andreas ins Fehling brachten. Dazu gehörte der Journalist und Musiker Werner Pfeifer, der so treffend in seinen Liedern den Harburger Binnenhafen beschreibt, Sarah Spriestersbach, die mit ihrer Interpretation vom Cranberrie-Song "Zombie" Gänsehautfeeling verbreitete oder ein gut aufgelegter Raimund Samson, der launige 68er-Anekdoten las.

Auch wenn alle gut waren, der Star war Armin Sengbusch, Poetry Slam Stadtmeister. Er  vermittelte eine nachdenklich, dunkle aber immer witzige Sicht auf Liebe, Politik und das Ich und kam damit besonders gut bei den Damen an, welche es ihm mit Buchkäufen dankten.

 

"Wir haben das hier organisiert, damit Leben auf die Schloßinsel kommt", sagt Göhring zu dem nicht kommerziellen Projekt mezzotinti. So ist die Zeitschrift zwar zu haben, aber dennoch nicht käuflich. "Wer eine möchte, bekommt sie von mir geschenkt", so Göhring. Das nächste Exemplar sollte ursprünglich auf sich warten lassen. "Geplant war eine Ausgabe zu meinem 75. Geburtstag", so Göhring. Das wäre in 15 Jahren.

Die Chance, dass eine weitere mezzotinto früher kommt, ist mittlerweile groß. Groß ist auch die Chance, dass es einen weiteren launigen Mix-Abend aus Literatur, Musik und Poetry Slam gibt. zv

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