Harburg – Nein, eine Schönheit ist es wirklich nicht. Aber es wäre durchaus zweckmäßig. Klaus Krollpfeiffer, Abteilungsleiter Stadtgrün

im Bezirksamt Harburg, hat im Kulturausschuss eine erste Skizze für ein Dach über der Freilichtbühne im Harburger Stadtpark vorgestellt: zwei Stahlträger, die sich nach oben hin noch einmal teilen, darüber eine schräg gestellte, trapezförmig gespreizte Holzplatte, die beidseitig gedämmt ist.

Den Plan, die Bühne mit einer Überdachung vor Regen zu schützen, gab es schon länger. Die Idee dahinter: Wenn zumindest die Bühne wetterfest ist, könnte sie häufiger genutzt werden, das wiederum für die Chancen erhöhen, auch einmal leisere Darbietungen wie eine Lesung oder ein Theaterstück über die Bühne gehen zu lassen. Wie berichtet hatten vor allem laute Technopartys die Anwohner auf die Palme gebracht und so letztlich den Betrieb fast zum Erliegen gebracht.

So ein simples Dach gefiel der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung aber nicht. Ihre Befürchtung: Wenn die Bühne nicht bespielt wird, könnten sich künftig bei jedem Wetter Leute unter dem Dach versammeln und wilde Partys feiern. Deshalb forderte sie das Bezirksamt auf, eine Möglichkeit zu finden, die Überdachung nach den offiziellen Veranstaltungen wieder einzurollen oder einzuklappen.

Krollpfeiffers Team hat das geprüft und ist zur Erkenntnis gekommen: geht gar nicht! Amtlich formuliert liest sich das so: „Der Betrieb mit einer auf- und abbaubaren Überdachung wäre mit einem erhebliche logistischen und zeitlichen Aufwand verbunden, welcher weder durch den bezirklichen Bauhof noch von unseren potenziellen Veranstaltern geleistet werden kann (Fachpersonal, Herausgabe, Einlagerung, Abnahmen u.s.w.).“

Außerdem würde eine variable Konstruktion die Fertigstellung verzögern, vor allem aber teurer machen. Dann wäre das geplante Kulturfestival „Sommer im Park“ vom 17. bis 19. August gefährdet. Und auch die Finanzierung sei nicht mehr gesichert. Für ein festes Dach würden aber 160.000 Euro aus dem „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung“ (RISE) zur Verfügung gestellt. Das seien schon 80 Prozent der Gesamtkosten. Die Gäste des Kulturausschusses stellten sich hinterher allerdings die Frage: „Wieso muss so ein simples Dach genau so viel kosten wie der Bau eines kleinen Einfamilienhauses?“ ag