Kiekberg Museum

Ehestorf - Generationswechsel im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf: Nach mehr als 30 Jahren an der Spitze tritt Professor Dr. Rolf

Wiese am 1. November in den wohlverdienten Ruhestand. Der zukünftige Museumsdirektor am Kiekeberg heißt Stefan Zimmermann. Er nutzt die kommenden Wochen zur Einarbeitung mit dem jetzigen Museumsdirektor und der Kaufmännischen Geschäftsführerin Carina Meyer.

Vor wenigen Wochen hat Stefan Zimmermann die Arbeit aufgenommen und betreut schon eigene Projekte. "Das Freilichtmuseum am Kiekeberg ist besonders attraktiv für Besucher und für Wissenschaftler: Es arbeitet nicht nur vergangenheitsbezogen, sondern dockt sich immer an die Gegenwart an. So kann man aus der Geschichte wirklich etwas für die Zukunft lernen", sagt Stefan Zimmermann.

Er gehe seine neue Aufgabe "mit Gelassenheit und Respekt an", so Zimmermann: "Das Freilichtmuseum am Kiekeberg hat bundesweit einen hervorragenden Ruf. Es ist bekannt dafür, Innovation und Tradition klug zu verbinden und immer einen Schritt voraus zu sein."

So wie mit dem nächsten Großprojekt, das Dr. Rolf Wiese nach und nach in die Hände seines Nachfolgers legt: Die Königsberger Straße. Fünf Gebäude von 1950 bis 1980 werden am Kiekeberg errichtet. Sie zeigen das Leben in der neueren Zeit mit Gärten, Friseursalon und Tankstelle. Das Großprojekt hat bundesweiten Modellcharakter und wird insgesamt über sechs Millionen Euro kosten.

"Stefan Zimmermann ist ein Glückfall für den Kiekeberg", sagen die Vorsitzenden Klaus-Wilfried Kienert (Stiftungsrat) und Heiner Schönecke (Förderverein) übereinstimmend. Vorausgegangen war ein langfristiger Bewerbungsprozess mit einer auf Kultur spezialisierten Personalvermittlungsagentur. Schließlich wurde Stefan Zimmermann aus 30 Bewerbern ausgewählt. "Der Stiftungsrat war einhellig und einstimmig überzeugt", erinnert sich Landrat Rainer Rempe.

Stefan Zimmermann bringt viele Qualifikationen für seinen neuen Job mit: Seit 2004 arbeitet der 37-jährige in verschiedenen Museen. Er leitete sieben Jahre das Bauernhaus-Museum in Wolfegg (Baden-Württemberg), das jährlich 90.000 Besuche zählt. Als Sprecher der sieben Freilichtmuseen in Baden-Württemberg bringt er reichlich Netzwerk-Erfahrung mit.

Von Haus aus ist Stefan Zimmermann Historiker: Er studierte Neuere und Neuste Geschichte an der Universität Augsburg und schloss mit einem Magister ab. Seine Forschungsarbeit setzt er im Norden fort: Für seine Dissertation an der Universität Hamburg erforscht er die "Finnenhäuser", erste Fertighäuser aus Holz, die vor allem ab den 1950er Jahren in Deutschland populär wurden. Und schließt mit seinen neuen Erkenntnissen direkt an seine zukünftige Arbeit am Kiekeberg an.  (cb)