Harburg - Die beiden Franzosen Jacky Terrasson und Stéphane Belmondo gehören zu den berühmtesten Jazzmusikern

Europas. Am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli um 20 Uhr, kommen sie für eine Deutschlandfunk-Konzertaufzeichnung nach Harburg in den Speicher am Kaufhauskanal. Speicher-Chef Henry C. Brinker: „Das Projekt der DLF-Reihe ‚Grundton D‘ kam auf Initiative der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zustande und ist ein Herzenswunsch von Speicher-Eigentümer Rolf Lengemann. Wir sind stolz, dass der Speicher mt seiner einzigartigen Akustik vom Deutschlandfunk für dieses Konzert ausgewählt wurde.“ Im Rahmen des Jazzabends im Speicher wird auch die neue CD der beiden Musiker vorgestellt.

Ursprünglich hatten Terrasson und Belmondo ihr Album vielsagend "Twin Spirit" getauft. Doch dann starb am 4. Juni 2016 unerwartet die Mutter des Pianisten und so entschied man sich spontan dazu, das Album nach dem Stück "Mother" zu benennen, das Terrasson vor ein paar Jahren für sie geschrieben hatte. Auch bei der Auswahl des Materials für das Album warf das Duo frühere Pläne über den Haufen: "Wir hatten im Laufe von drei Tagen mehr als dreißig Songs aufgenommen und stellten fest, dass die Balladen großartig klangen", verrät Terrasson. "Sie hatten eine gewisse Schönheit und Atmosphäre. Also beschlossen wir, alle Up-Tempo-Nummern rauszuschmeißen und dem Album von Anfang bis Ende eine Tönung zu geben, und zwar eine intime, romantische und entspannte..."

Dabei ist das Repertoire dennoch erstaunlich breit gefächert: es enthält Jazzstandards (u.a. Dave Brubecks "In Your Own Sweet Way", Charlie Hadens "First Song" und Stéphane Grapellis "Les valseuses"), französische Chansons (Charles Trenets "Que reste-t-il de nos amours" und Philippe Sardes Filmthema "La chanson d’Helene") und sogar eine ungewöhnliche Interpretation von Stevie Wonders "You Are The Sunshine Of My Life". Für seine eigenwilligen Coverversionen ist Jacky Terrasson freilich längst bekannt. "Es ist wie alles, was ich mache", meint er lachend. "Ob es nun ein Stück von Stevie ist oder von Monk. Warum sollte man es überhaupt spielen, wenn man ihm nicht seinen eigenen Dreh verpasst?" Eingestreut haben Terrasson und Belmondo zwischen diese Klassiker aber auch ganz eigene Kompositionen und in freier Improvisation entstandenen Titel. zv