Heimfeld – Es ist ein Blick auf eine verlorene Stadt, die Künstler Toro geschaffen hat. Seine Bilder unter dem Titel „Love it or leave it“ zeigen das alte Harburg.

Viele wollten es sehen. Knapp 200 Gäste kamen zur Vernissage ins Privathotel Lindtner. Auffällig. Viele der üblichen Verdächtigen fehlten. Kunst erreicht mehr die Menschen. Bemerkenswert.

Es ist offenbar Sehnsucht, die Toro mit seinen Bildern auslöst. Was sie zeigen, ist eine intakte, auch heute noch von vielen Betrachtern als hübsch empfundene Stadt, von der in der Realität nur noch stellenweise Bauwerke wie das Rathaus zeugen. Der Rest ist zerstört. Längst nicht nur im Krieg. Große Teile fielen den Stadtplanern zum Opfer, die ihre Fehler in Stein gemeißelt und Asphalt gegossen haben. Die Liste der Opfer ist lang. Unter ihnen ist auch das Harburger Schloss, dessen im Barockstil gestalteter Ostflügel 1972 abgerissen wurde. Was übrig blieb ist als inzwischen aufgehübschte Mietskaserne. Die Bezirksversammlung hatte damals den Abriss beschlossen.

„Es erscheint wie ein Treppenwitz, dass ausgerechnet ein Nicht-Harburger die Erinnerung an Harburg wiederbelebt“
, sagte Ernst Brennecke, langjähriger Kulturchef der Harburger Anzeigen und Nachrichten in seiner Laudatio. Und auch das. „Tor stellt mit seinen Bildern nicht nur die Vergangenheit zur Diskussion, sondern auch die Zukunft.“ Die Bilder sind noch bis zum 14. Mai im Privathotel Lindtner zu sehen. zv