Harburg - Das alte Harburg, schemenhaft gemalt von Toro, zerritzt mit einem Spachtel. Es sind faszinierende Bilder, die der Künstler jetzt in einem neuen Zyklus geschaffen hat.

Sie zeigen, durch den Stil wie mit dem Schleier der Vergangenheit überzogen, die Stadt, wie sie um 1900 war. "Ich wollte estwa für Harburg machen", sagt Toro zu den Werken. Dazu brauchte er den Griff in die Zeit zurück. "Das Harburg, das wir heute haben ist nicht mein Harburg. Meine Bilder zeigen, dass Harburg früher sehr, sehr hübsch war.", sagt Toro. Die Spachteltechnik, mit der die Bilder bearbeitet wurden, hatte er schon in seiner ganz frühen Zeit als Künstler eingesetzt. "Ich wollte ja keine realistischen Bilder malen. Für realistische Bilder sind die Fotografen da", sagt Toro.

Die Bilder sind auch eine Mahnung. "Ich male die Bilder erst einmal so, wie es aussah, um sie zu visuell durch die Schnitte mit dem Spachtel zu zerstören. Viele der gezeigten Motive gibt es so nicht mehr", sagt Toro. "Die Zerstörung der Bilder symbolisiert die Realität. Toro: "Die alte Architektur Harburgs ist zerstört, im Krieg oder danach durch Abriss und durch häßliche Bauten aus den 1970er Jahren erstezt worden."

Die Fotos vom alten Harburg hat Toro teilweise vom Helmsmuseum, teilweise aus dem Internet. "Viele Motive nur die zuordnen können, die sie noch aus eigener Ansicht kennen", so Toro. Ein Motiv dagegen werden die meisten Harburger sofort erkennen. Das Wappen der Harburger Schützengilde, den hölzernen Vogel mit Stadtwappen. "Es ist das älteste bekannte Symbol Harburgs, dass ich gefunden haben", sagt Toro. "Ich weiß zwar nicht, wann diese Symbol genau entstanden ist. Es ist aber eines der wenigen Stücke des alten Harbrugs, die noch lebendig und so geblieben sind, wie sie waren."

Bislang sind einige der Bilder in seinerr zum Atelier umfunktionierten Galerie im Glori-Tunnel zu sehen. Toro plant mit den Bildern eine Ausstellung. Wo, ist noch nicht raus. zv