090702Soldat02Harburg – Das Denkmal "Der Soldat" von Hermann Hosaeus steht seit 77 Jahren vor der Johannis-Kirche auf seinem mächtigen Sockel an der Bremer Straße. Jeder Harburger kennt ihn. Jetzt ist der marschierende Krieger ermüdet. Rost hat seinen Standfestigkeit erschüttert. 55 000 Euro sind für die Restaurierung nötig. Doch die Harburger Politiker stellen die Mittel dafür nicht zur Verfügung.
Das Problem ist nicht neu. Bereits seit Oktober ist das Denkmal, das an die rund 2000 Harburger Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnert, eingerüstet. Wer denkt, dass an dem Denkmal gearbeitet wird, täuscht sich. Das Gerüst ist ein Korsett. Es soll verhindern, das der Soldat von seinem Sandsteinsockel kippt.
Die Bezirksversammlung ist über den Zustand des Denkmals informiert, das Bestandteil des Kunstpfades ist. Die Gemeinde der Kirche St. Johannis, auf dessen Grundstück das Denkmal steht, hat bereits zwei Gutachten eingereicht, die den Zustand des "Soldaten" dokumentieren und bei der Bezirksversammlung in einem Antrag um finanzielle Hilfe gebeten. „Wir können die Sanierung des Denkmals nicht allein finanzieren", sagt die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Pastorin Sabine Kaiser-Reis. Sie wartet dringend auf eine Entscheidung. Die bekommen die Bezirkspolitiker nicht hin. Man habe noch Beratungsbedarf, heißt es. "So kann es nicht weiter gehen", sagt Kaiser-Reis. Die Einrüstung des Denkmals dauert länger als geplant. Das verursacht zusätzliche Kosten, mit denen die Gemeinde, auf die demnächst noch teure Sanierungen der Türme ihrer beiden Kirchen zukommen, nicht gerechnet hat. (zv)