160522Kunst1Harburg – Mit Aufbruch 86 widmet das Helms-Museum die neue Ausstellung der heimischen Kunstszene der 80er-Jahre. Gezeigt werden Werke von Udo Dettmann, Tomasz Zielinski,

René Havekost und Michael Heckert. Bilder der Künstler sind in einigen Wohnzimmer, Sammlungen und in vielen öffentlichen Gebäuden zu finden. Bemerkenswert war der Besuch des ehemaligen Bezirksamtsleiter Jobst Fiedler bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag. Fiedler war von 1984 bis 1990 nicht nur Verwaltungschef des Bezirks. Fiedler, der in Berlin lebt und dort an der Hertie School of Covernance lehrt, entpuppte sich damals als Glücksfall für Harburg, als ein anpackender Visionär, der entgegen vieler Widerstände die Wandlung des Binnenhafens von einem Hafengebiet zu einem Büro- und Wohnstandort einleitete. Dabei spielte bei ihm die Kunst eine damalig in der breiten Masse noch nicht erkannte Rolle. Er sah sie als ein wichtiges Rädchen bei der Entwicklung von Standorten. Entsprechend engagierte sich Fiedler für Künstler oder Kunst im öffentlichen Raum.

Die vier Künstler, deren Werke jetzt im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden, partizipierten von der damaligen Entwicklung und der damit verbundenen Aufbruchstimmung in der Harburger Kunstszene. Jetzt, 30 Jahre später, soll die Ausstellung einen dokumentarischen Blick auf diese Zeit ermöglichen. Dabei werden die ausgestellten Bilder durch Schautafeln ergänzt, auf denen sich Fotos, Zeitungsartikel oder ergänzende Texte befinden.

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Ein Blick in die Ausstellung. Fotos: zv

Die Ausstellung wird sicher nicht ein großer Besuchermagnet werden,  da sie thematisch und konzeptionell einen begrenzten Kreis anspricht. Trotzdem schmückt Aufbruch 86 das Helms-Museum, weil es damit seiner Rolle als Stadtmuseum auch in Hinblick auf die jüngere Epoche gerecht wird und geschickt Kunst mit Geschichte verbindet.

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Zum Auftakt der Ausstellung kamen geladene Gäste.

Die Ausstellung ist vom 24. Mai bis zum 3. Juli dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt wird 6 Euro, ermäßigt 4 Euro betragen. Unter 18-Jährige haben freien Eintritt. zv

Veröffentlicht 22. Mai 2016