StadtparkbuehneHarburg – Die Hamburg Kreativ Gesellschaft soll versuchen, die Freiluftbühne im Harburger Stadtpark wieder in Schwung zu bringen. Das hat der Kulturausschuss der

Bezirksversammlung einstimmig beschlossen. Bevor die Nachbarn, die von lautstarken Technoparties auf und neben der Bühne genervt sind, sich aufregen: Die bisherigen Bedingungen zu Dauer, Lärm und Häufigkeit der Veranstaltungen an der Außenmühle sollen auch künftig gelten. Das hat Sonja Wichmann vom Bezirksamt im Ausschuss noch einmal klar gestellt.

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft (HKG) ist eine städtische Einrichtung. Ihre Aufgabe: Förderung der Kreativen in Hamburg. Nach eigenen Angaben stärkt die Stadt damit „einen ihrer zukunftsfähigsten und innovativsten Wirtschaftszweige in einer für Deutschland bisher einmaligen Art und Weise“.

Was genau soll die HKG im Harburger Stadtpark machen? „Wir haben mit der Freilichtbühne im Inselpark von Wilhelmsburg ein Modellprojekt gestartet“, sagt Dr. Katja Wolframm von der HKG. Damit solle erprobt werden, wie die Nutzung von öffentlichen Flächen in Hamburg für niederschwellige kulturelle Aktivitäten organisiert und geregelt werden kann. Das Ziel: Die Freiluft-Kultur in Hamburg soll gefördert werden. Wolframm: „Vor allem wollen wir jungen aufstrebenden Künstlern und Veranstaltern eine Plattform bieten, sich zu präsentieren und ein Publikum zu erspielen.“ Was da über die Bühne gehen soll, sei egal – zum Beispiel Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Ausstellungen oder Performances.

Nach den guten Erfahrungen im Inselpark soll es in diesem Jahr an der Außenmühle weiter gehen, wobei klar ist: Die Kreativ Gesellschaft wird nicht als Veranstalter auftreten, sie wird eher versuchen, Kreative für einen Auftritt im Harburger Stadtpark zu begeistern. Heiko Langanke, Sprecher von SuedKultur, dem „losen Haufen von Künstlern und Kulturschaffenden in Harburg“, begrüßt die Entscheidung des Kulturausschusses und ist vorsichtig optimistisch: „Natürlich sind die Musikklubs in Harburg erst einmal froh, wenn sie finanziell selbst über die Runden kommen. Außerdem sind Veranstaltungen auf einer Freiluftbühne immer riskant und kostspielig. Man muss das Equipment mitbringen, außerdem ist man vom Wetter abhängig.“ Dennoch: Wie vor Tagen schon im Wirtschaftsausschuss zu hörten war, als es um Tourismus ging, muss Harburg seine Potenziale erkennen und entwickeln. „So gesehen ist das sicher sehr positiv“, sagt Langanke. „Wenn sich diese Form bewährt, könnte man für 2017 mal Theater, Literatur, Musik und Kunst zusammen auf die Bühne stellen und zu einem Harburger Kultursommer einladen. Das würde Harburg sicher schmücken.“ ag

Veröffentlicht 29. Januar 2016