Nun waren es schon fast 100 Bürger (und zwei Hunde), die sich ruhig und friedlich vor dem Harburger Rathaus versammelt haben. Stiller Protest gegen eine Politik, die die Bürger nur beteiligt, wenn sie ein oder mehrere Kreuzchen auf den Wahlzetteln machen „dürfen“. Ansonsten: Bürgerfragestunde ohne Antworten, Bürgerbegehren ohne Wirkung, Bürgerinformation ohne Konzept.

Und während unten die Bürger ein Zeichen setzen wollten, saßen oben im ersten Stock des Rathauses im großen Sitzungssaal die Volkstreter zusammen und berieten im Stadtplanungsausschuss über neue Bauprojekte. Erst in öffentlicher Sitzung, später auch hinter verschlossenen Türen – und das ist auch gut so: Jeder Investor sollte das Recht haben, zunächst einmal vertraulich über seine Ideen zu informieren.

Die Bürger unten wollen sich auch künftig montags um 19 Uhr treffen, ohne große Aktion, eine halbe Stunde später gehen sie wieder nach Hause oder ziehen sich zu einem Bier und einem Glas Wein in eine Kneipe zurück. Irgendwann, so hoffen sie, werden die Politiker Wirkung zeigen. ag