Nach der Überprüfung der Schiffspapiere und der Papiere über die Tank- und Rohrleitungssysteme des unter der Flagge Hong Kongs fahrenden Seeschiff "GREAT CALM" lagen der
Wasserschutzpolizei Hinweise vor, dass der verantwortliche Leitende Ingenieur (38) nach dem Anlegen am Kali-Kai die Dieselgeneratoren und die Hilfskesselanlage nicht rechtzeitig von einem hoch-schwefligen (max. 1 Prozent Schwefelgehalt) auf einen niedrig-schwefligen Kraftstoff (max. 0,1 Prozent) umgestellt hatten. Weitere Ermittlungen im Maschinenraum erhärteten den Verdacht, dass die Dieselgeneratoren mit einem Kraftstoff betrieben wurden, der ein Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent enthielt. Außerdem stellten die Beamten fest, dass der Dieselkraftstofftagestank erheblich mit Schweröl kontaminiert war.

Hintergrund: Seit 01. Januar 2010 dürfen Schiffe in europäischen Häfen, die länger als zwei Stunden am Liegeplatz festgemacht haben, keine Kraftstoffe mit einem Schwefelgehalt von über 0,1 Prozent mehr verwenden. Wegen des Verstoßes gegen die Schwefel-Richtlinie wurde gegen den 38-jährigen chinesischen Leitenden Ingenieur eine Sicherheitsleistung
in Höhe von 2.098,50 Euro festgelegt. dl