Professor Martin Kaltschmitt von der TU in Harburg zählt laut WirtschaftsWoche zu den „60 wichtigsten Machern der Energiewende“. Der Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft wurde laut aktueller Ausgabe des Wirtschaftsmagazins mit Rang sieben unter den deutschen Energieforschern ausgezeichnet.  An der Spitze der von einer Jury aus 21 Experten der Energiewirtschaft gewählten Liste stehen Siemens-Chef Peter Löscher und RWE-Innogy-Chef Fritz Vahrenholt. Des weiteren stehen an der Spitze: EU-Energiekommissar Günther Oettinger, Eicke Weber, Leiter des Freiburger Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Postdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Kaltschmitt beschäftigt sich unter anderem mit alternativen Flugkraftstoffen. Aufgrund einer Vielzahl bisher ungelöster Probleme, die unter anderem die Biomasseproduktion, die Weiterverarbeitung zu Biokerosin, die globale Kraftstoff-Logistik und die damit verbundene CO2-Zertifizierung umfassen, ist eine fundierte wissenschaftliche Begleitung dieses Markteinführungsprozesses zwingend erforderlich. Die TU Hamburg verfügt auf diesem Gebiet bereits über eine beachtliche Expertise und wird mit ihren bereits laufenden Forschungsaktivitäten einen wesentlichen Beitrag zum „grünen“ Luftverkehr leisten.

Professor Martin Kaltschmitt gilt bundesweit auch als Experte für erneuerbare Energien. Der gebürtige Heidelberger leitet unter anderem den Fachausschuss „Regenerative Energien“ des VDI Deutschland und ist Mitglied des Aufsichtsrats des Instituts Madrileno de Estudios Avanzados Imdea, Madrid. Im Luftverkehr stellen bisher regenerative Biotreibstoffe auf Pflanzenöl-Basis die einzige großtechnische praktikable Alternative zu fossilem Kerosin dar. Sie stehen global bislang jedoch nur in sehr geringen Mengen zur Verfügung, so dass die nachhaltige Industrialisierung der Produktion eine wesentliche Aufgabe für Industrie und Forschung ist. Bis dahin muss gewährleistet sein, dass die Produktion von Biokraftstoff auf pflanzlicher Basis nicht mit der Herstellung von Nahrungsmitteln konkurriert und die Kriterien der Nachhaltigkeit (Renewable Energy Directive des Europäischen Parlaments und Rates) eingehalten werden. Auch muss die Möglichkeit eines Mix‘ mit dem heutigen JET A1-Kerosin gewährleistet sein. „Die kostengünstige Erfüllung dieser Forderung ist jedoch extrem anspruchsvoll“, sagt Professor Martin Kaltschmitt. Deshalb laufen weltweit an vielen Stellen entsprechende Forschungsarbeiten, so auch an der TUHH. Experten wie Professor Kaltschmitt untersuchen unter anderem das Potential der Jatropha-Nuss, die Möglichkeit einer Biomasse-Produktion auf der Basis von Mikroalgen und mögliche Syntheseprozesse. dl