Promotion - Für gewöhnlich machen sie ihren Job hinter verschlossenen Türen – in absoluter Ruhe, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch während der „Hernientage“ am 10. und 11. Februar lief

für die Operateure, Anästhesisten und OP-Pflegekräfte im Krankenhaus Groß-Sand alles etwas anders: Per Video-Schaltung in den Wilhelmsburger OP erhielten Chirurgen aus aller Welt Einblicke in die neuesten Verfahren der Leisten- und Bauchwandbruchchirurgie.

Etwa eine Milliarde Menschen weltweit erkranken im Laufe ihres Lebens an einem Leisten- oder Bauchwandbruch. Entsprechend groß ist der Bedarf an gut ausgebildeten Chirurgen – insbesondere weil sogenannte Hernien unbehandelt gefährlich, schlimmstenfalls sogar lebensbedrohlich, werden können. Im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand hat sich ein Team um Dr. Wolfgang Reinpold schon seit Jahren auf die Hernienchirurgie spezialisiert.

Rund 1.000 Patienten werden im dortigen Hernienzentrum pro Jahr behandelt. Und dennoch gibt es Zeiten, zu denen alles etwas anders ist. So zum Beispiel während der Hernientage, die dieses Jahr erneut in Hamburg stattfinden. Dr. Wolfgang Reinpold, als Präsident der Deutschen Herniengesellschaft auch wissenschaftlich tätig, gehört zu den drei Gründern des Fachkongresses, der mittlerweile der größte seiner Art in Deutschland ist. „Wir hatten dieses Jahr an die 500 Teilnehmer, darunter viele nationale und internationale Experten.“ Und die hielten nicht nur Vorträge, sondern präsentierten ihr Know-how auch live und in Farbe. „Wesentlicher Bestandteil der Hernientage waren die Live-Operationen aus dem Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand, die 2017 erstmals in drei OP-Sälen gleichzeitig stattfanden“, so Reinpold.

MILOS: Wilhelmsburger Chirurgen haben eigene OP-Technik etabliert

Wie viele unterschiedliche OP-Verfahren bei Leisten- und Bauchwandbrüchen zur Verfügung stehen, zeigt allein das Leistungsspektrum der Wilhelmsburger Klinik. „Wenn möglich nutzen wir schonende minimal-invasive Techniken mit nur winzigen Hautschnitten“, berichtet Dr. Reinpold, der mit „MILOS“ sogar selbst eine Technik für Bauchwand- und Nabelbrüche entwickelt hat. Auch diese wurde während des Kongresses präsentiert. „Das besondere an unserem Verfahren ist, dass das Kunststoffnetz minimal-invasiv, also mit winzigen Schnitten, außerhalb der Bauchhöhle eingesetzt wird. So werden sensible Bereiche optimal geschont und Komplikationen vermieden.“ Dabei handelt es sich um ein weltweites Novum, da das Netz üblicherweise in der Bauchhöhle platziert wird – mit entsprechend höherem Komplikationsrisiko. Reinpold: „Wir freuen uns, dass wir unseren Erfahrungsschatz im Rahmen der Hernientage an andere Hernien-Spezialisten weitergeben konnten.“ dl