150527MAriahilfHeimfeld – 1900 eröffneten fünf Barmherzige Schwestern in Harburg eine Station für Krankenpflege in Harburg. Was damals sich an der heute nicht mehr existenten Albersstraße

befand, die im Verlauf der Knoopstraße lag, war die Keimzelle des Krankenhaus Mariahilf. Am Mittwoch wurde, 726 Tage nach der Grundsteinlegung, das neue Klinikum an der Stader Straße in Beisein von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks eingeweiht. Der Neubau liegt auf dem Gelände, auf dem das Krankenhaus seit 1948 in Betrieb ist.

42 Millionen Euro, davon 20 Millionen Steuergelder in Form von Fördergeldern der Stadt, sind in den Krankenhausneubau in der „heißest umkämpften Region im Gesundheitswesen“, so Ulrike Kömpe, Geschäftsführerin des Mariahilf, investiert worden. Entstanden ist ein14.600 Quadratmeter großes „funktionales, zeitgemäßes Gebäude“ mit 402 Räumen, darunter 114 Patientenzimmer, vier Operationssäle und vier Kreißsäle, in dem 150 Kilometer Strom- und 100 Kilometer Datenleitungen, 555 Innentüren sowie 350 Fenster verbaut wurden. Damit ist es eines der kleineren Krankenhäuser der Stadt. Aber auch ein „Hochleistungsstandort“, der sich hell, freundlich, mit modernstem medizinischen Gerät und einer großen Notaufnahme präsentiert. Unter anderem verfügt die Klinik jetzt über einen Linksherzkatheter, einem medizinischen Gerät, mit dem unter anderem Patienten mit einem akuten Herzinfarkt schneller und sicherer geholfen werden kann.

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Dr. Oliver Zantis am neuen Linksherzkatheter, der gerade eingebaut wird. Foto: zv

Jörg Reschke von der Helios-Geschäftsführung hofft jetzt, dass wieder mehr Rettungswagen mit Notfallpatienten das Krankenhaus anfahren. Vergangenes Jahr hatte sich die Klinik über immer weiter fallende Zahlen beklagt. Rund 3900 solcher Patienten waren 2014 im Mariahilf versorgt worden. 2009 waren es noch 6939 gewesen. Gleichzeitig waren bei Mitbewerber, dem Krankenhaus Harburg von Asklepios, rund 12.800 Patienten in 2014 eingeliefert worden. 2009 waren es bei Asklepios noch 6618 gewesen. „Es gibt jetzt keinen Grund mehr Notfallpatienten nicht zu bringen“, sagte Reschke mit Adresse an die Hamburger Feuerwehr, die für die Disposition des Rettungswesens in Hamburg zuständig ist.

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Ein Kreißsaal ist für Unterwassergeburten ausgelegt. Foto: zv

Nebenbei erfuhren die Gäste der Einweihung noch von Geschäftsführerin Ulrike Kömpe, dass der Name des Krankenhauses ein Schlachtruf ist, der vor allem bei dem Kampf um Wien eine große Bedeutung hatte, in dem christliche Heere die überlegenen Truppen des osmanischen Reiches am 12. September 1683 in der Schlacht am Kahlenberg besiegten.

In diesen Tagen steht der Umzug an, der bis zum 31. Mai beendet sein soll. In der Zeit ist auch die Notaufnahme geschlossen (weitere Infos hier mit einem Klick). Danach läuft der Betrieb weiter wie in den letzten 115 Jahren. zv