KraftwerkMoorburg3Moorburg – Seit Sonnabend, 22 Uhr, ist das Kraftwerk Moorburg am Netz.  Zunächst produziert nur der Block B Strom, der auch eingespeist wird. Mitte des Jahres, vermutlich

ab Ende Juni, soll auch der Block A Strom produzieren. Vattenfall betont, dass das Kraftwerk zu den effizientesten und umweltfreundlichsten Kohlekraftwerke Europas gehöre. Greenpeace bezeichnet das Kraftwerk als „zu groß, zu schmutzig und zu spät“. Laut Greenpeace sind es 8,5 Millionen Tonnen CO2, die das Kraftwerk bei Vollbetrieb jährlich ausstoßen würde. Das wird laut Vattenfall nicht der Fall sein, weil das Kohlekraftwerk in der Lage ist flexibel nach Bedarf Strom zu erzeugen. „Die Leistung eines Blockes kann innerhalb von 15 Minuten um bis zu 300 MW hoch- oder runtergefahren werden. Wetter- und tageszeitabhängige Schwankungen im Netz durch die Einspeisung von erneuerbaren Energien können somit durch das Kraftwerk jederzeit schnell ausgeglichen werden“, sagt Dr. Karsten Schneiker, Leiter des Kraftwerkes Moorburg. Vattenfall betont, dass man nach der Inbetriebnahme beider Blöcke im Vergleich zu älteren Kohlkraftwerken rund 2,3 Millionen Tonnen CO2 im Jahr spare.

So richtig glücklich sind weder Vattenfall noch die Stadt mit dem Kraftwerk, das durch strengere Auflagen und den Wegfall der Nutzung von Fernwärme einen niedrigeren Wirkungsgrad hat, dafür aber teurer wurde. Seitens Vattenfall wurde inzwischen verlautet, das man das Kraftwerk „heute nicht mehr bauen würde“.

Das Kraftwerk wird bis zu 5,5 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, mit denen statistisch 1,8 Millionen Haushalte versorgt werden könnten. Ein Großabnehmer des Moorburger Stroms wird die Kupferhütte Aurubis sein, die bis 2040 jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom abnimmt. Damit wurde der Bau eines eigenen Kraftwerkes zur Versorgung des energieintensiven Unternehmens auf der Veddel vermieden.

Veröffentlicht 1. März 2015