140904EisHarburg – Coole Aktion von Werner Gottwald: Der Harburger war von einem Freund für die Ice Bucket Challenge nominiert worden, mit der die Aufmerksamkeit auf

die tückische Muskelerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) gelenkt werden soll. Die Nominierten sollen sich einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf gießen und am beste auch noch für den Kampf gegen ALS spenden. Nur: Kaum noch jemand nimmt Notiz von den frierenden Teilnehmern.

Werner Gottwald hat die Nominierung deshalb bewusst „falsch verstanden“: „Ich hab nur Spende, Eis und Herausforderung verstanden.“ Er besorgte sich einen Eimer, füllte ihn mit leckerem Eis am Stiel und machte sich auf zum Neuländer Platz, wo neben der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) die Zelte für Flüchtlinge stehen. Gottwald: „Ich war im Nu von Kindern umringt.“ Sie seien zuerst allerdings ziemlich skeptisch gewesen, vielleicht weil sie die Leckereien gar nicht kannten. Als Gottwald dann aber selber zu einem Eis griff, gab es kein Halten mehr. Der Eimer war innerhalb von Minuten leer.

„Wir sollten nicht immer nur von Willkommenskultur reden, sondern auch handeln. Das kann jeder Einzelne“, sagt Gottwald. Er ist nicht der Einzige, der sich in Eigeninitiative um die Flüchtlinge kümmert. So ist zum Beispiel Aziz Aygün, Nachfolger von Horst Krämer als Vorsitzender des SPD-Distrikts Harburg-Mitte, seit Wochen aktiv. Da er  Aramäisch spricht, kann er vielen Flüchtlingen ein kleines Stück Gewohntes in der fremden Umgebung bieten. Und einige begleitet er auch in die Hamburger Amtsstuben, damit sie möglichst schnell alle Formulare zusammenbekommen. ag