100121Bombe1Wilhelmsburg - Wegen eines Bombenblindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg mussten am Donnerstag Teile Wilhelmsburgs evakuiert werden. Rund 1000 Menschen, darunter die Bewohner zweier Altenheime, waren betroffen. Ein Großaufgebot von Polizei,

Feuerwehr und Hilfsorganisationen war bis spät in die Nacht im Einsatz.

Es ware gezielte Sucharbeiten im Rahmen der Vorbereitungen zur Internationalen Gartenschau, bei denen Kampfmittelräumer nahe der Rotenhäuser Straße, nur 50 Meter vom ersten Gebäude eines dortigen Altenheims, auf die 1100 Pfund schwere amerikanische Minenbombe stießen. Noch am Nachmittag lief die Evakuierung an. "Zunächst hatten wir einen Entschärfungtermin um 19 Uhr ins Auge gefasst", sagt ein Feuerwehrmann. Doch der Zeitplan, so war schnell klar, war nicht zu halten. Unter den Bewohnern der Altenheime waren viele gehbehinderte Menschen. Sechs Patienten mussten sogar unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen transportiert werden, weil sie ansteckende Krankheiten haben. "Wir hatten in der Dratelnstraße rund 350 Personen untergebracht", sagt Feuerwehrsprecher André Bracker. "Die Hälfte davon war schwer gehbehindert." Im Krankenhaus Groß Sand gab es Schwierigkeiten alle bettlägrigen Evakuierten unterzubringen.

Erst gegen 22 Uhr konnten die Sprengmeister Peter Bodes und Herrmann Borelli mit der Entschärfung beginnen. Um genau 22.22 Uhr war der Aufschlagzünder aus der Bombe gedreht. "Dieses machte keine Schwierigkeiten", sagt Bodes. "Probleme hatten wir vorher, weil die Bombe in Schwemmsand lag und wir nicht sehen konnten, mit was für einem Zünder sie bestückt war." Nach der Entschärfung ging es für die Einsatzkräfte weiter. Die Bewohner der Altenheime mussten zurück gebracht werden. zv

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